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Thelens Buchtipp: Die Mutter, das Gemälde, der Abgrund

Thelens Buchtipp : Die Mutter, das Gemälde, der Abgrund

In Folge 15 unserer Buchempfehlungen geht es um „Der Distelfink“ von Donna Tartt. Zu Schade, dass sie so selten schreibt.

Als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist, verliert er seine Mutter durch ein tragisches Unglück. Er versinkt in tiefer Trauer. Auch das Gemälde, das verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden.

Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Es scheint geradezu, als würde ihn das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt...

Die US-Amerikanerin Donna Tartt schreibt alle zehn Jahre einen Roman. Einerseits könnte man sagen, dass man gerne wartet, wenn die Bücher am Ende immer so gut sind wie „Der Distelfink“. Andererseits ist es fast schade, weil man zu gerne viel mehr von Tartt lesen würde. In vier Jahren dürfte der nächste Roman erscheinen.

Donna Tarrt: „Der Distelfink“ (2015), 1024 Seiten

 „Der Distelfink“ von Donna Tartt
„Der Distelfink“ von Donna Tartt Foto: ZVA/xxxxx