„Das Zeitalter der Fitness“: Der Couchpotato als ultimativer Rebell

„Das Zeitalter der Fitness“ : Der Couchpotato als ultimativer Rebell

Fitness gehört heute zum Lifestyle. Millionen schwitzen regelmäßig in Fitnessstudios oder kontrollieren mit Self-Tracking ihre Leistungsfähigkeit. Fettleibigkeit und Unsportlichkeit gelten als Ausdruck eines verantwortungslosen, schlaffen Lebensstils.

Der Historiker Jürgen Martschukat ergründet den Ursprung des Fitness-Kults und was dieser über unsere Gesellschaft verrät. In der Nachkriegszeit jedenfalls galten dickliche, Zigarre rauchende Herren noch keinesfalls als schlappe Minderleister. Erst ab den 70er Jahren schwappte die Fitnesswelle von Amerika nach Deutschland über. Ältere erinnern sich noch an die Aerobic-Welle.

Interessant ist die Verknüpfung, die der Autor zur Wirtschaft und Politik herstellt. Denn Fitness passt prima zum neoliberalen Credo der Leistung, Kontrolle und Selbstoptimierung. Insofern wäre der Couchpotato keine traurige Gestalt, sondern der ultimative Rebell.

(sip)
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