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Bonn: Bryan Adams Konzert geht viel zu früh zu Ende

Bonn : Bryan Adams Konzert geht viel zu früh zu Ende

44 Jahre ist Bryan Adams inzwischen alt, und er kann mit dem, was er erreicht hat, durchaus zufrieden sein.

Der Sohn britischer Eltern, der am 5. November 1959 in Kingston (Kanada) zur Welt kam, verkaufte weltweit mehr als 60 Millionen Alben, er schrieb Songs für Kiss, BTO und Joe Cocker, arbeitete mit Tina Turner, Celine Dion und Sting zusammen und verlieh Filmen wie „Robin Hood”, „Die drei Musketiere” oder „Don Juan de Marco” akustisches Profil. Jetzt machte der Mann, der inzwischen auf mehr als 20 erfolgreiche Jahre in den Charts zurückblicken kann, Station auf der Bonner Museumsmeile.

Unterstützt von seinen langjährigen Mitstreitern Keith Scott (Leadguitar) und Michael Curry (Drums) sowie zwei weiteren Musikern spielte er open air vor 6000 Zuhörern. Exakt 107 Minuten lang schlug der sympathische Kanadier den musikalischen Bogen von den 80ern, aus denen Mega-Hits wie „Summer Of 69”, „Run To You” oder „Somebody” nicht wegzudenken sind, über die gleichfalls sehr erfolgreichen 1990er-Jahre („Depend On Me”, „18 Til I Die” oder „Cloud Number Nine”) bis hin zur Ära des Post-Millenniums, in der „Bryan The Kid” zuletzt mit einer „Special Tour Edition” (2003) und dem Zeichentrickfilm-Soundtrack „Spirit - Der wilde Mustang” (2002) Furore machte.

Schnittig wie ein Messer fräst sich der immer noch ebenso schlanke wie dynamische Mittvierziger in die Herzen seiner Fans, die es lieben, dass 14 Stücke und fünf Zugaben lang so richtig die Party abgeht. Dazwischen verkündet Adams aufmunternd gemeinte, aber leider gar nicht zutreffende Prognosen in Sachen EM, goutiert die formvollendete Refrain-Intonation seiner Anhänger bei „Cuts Like A Knife” und holt sich die blonde Julia aus Frankfurt als Duett-Partnerin auf die Bühne, die ganz hin und weg ist - aber leider einen „boyfriend” im Publikum hat.

Bei „Its Only Love” (1984) kann Urgestein Keith Scott zeigen, was er mit der Gitarre drauf hat, und als „Straight From The Heart” (1983) als vorletzte Zugabe erklingt, kennt der Jubel schier keine Grenzen mehr.

17 Minuten länger hätte das Fetengefühl noch andauern dürfen - erst ab 22 Uhr ist Schluss auf der Museumsmeile - aber bereits um 21.43 Uhr hat Mr. Adams keine Lust mehr. Die Fans applaudieren laut, lustvoll und lange. Vergeblich. Zuviel Zufriedenheit macht mitunter träge.