Köln: Britney Spears in Köln: Alles zurück auf Start

Köln: Britney Spears in Köln: Alles zurück auf Start

Die Erwartung vor Britney Spears einzigem Deutschland-Konzert auf ihrer „Femme Fatale”-Tour in der Kölner Lanxess-Arena war groß: Wie wird sie sein, die ehemalige Pop-Prinzessin mit dem Image eines süßen, aber sexy Schulmädels, die mit Gewalt erwachsen werden wollte, was mit unschönen Bildern, Exzessen und Abstürzen endete?

Nach 18 Stücken und zwei Zugaben kann man beruhigt sein. Die Devise lautet: alles zurück auf Start.

Das Haar der 29-Jährigen ist genauso blond und lockig wie früher, das Outfit genauso knapp und sexy und die Show klassisch amerikanisch konzipiert. Will heißen: Mit bombastischem Sound-Apparat, großem Laserzirkus und schweißtreibenden Tanzeinlagen, bei denen Spears von vier Tänzerinnen und vier Tänzern unterstützt wird. Da tritt der Gesang zwangsläufig in den Hintergrund, der Abend ist viel mehr Show als Konzert - ein gigantischer Kostümball für die Hauptdarstellerin.

Die Setliste wartet mit neuen Stücken auf, erinnert aber auch an frühe Erfolge. Leitmotivisch führt eine Agentengeschichte durch den Abend, Einspieler zeigen Verhör- und Fluchtszenen, die „Femme Fatale” wird von Paparazzi verfolgt und taucht in allerlei exotischen Regionen der Erde auf, in denen sie beispielsweise als eine Art global agierender Mata Hari im Gewand einer indischen Tänzerin glänzen darf. Spears Ausstrahlung ist durchaus herzlich, auf eine beinahe schon kumpelhafte Weise. Für den 90-minütigen Tanzmarathon hat sie kräftig trainiert, das merkt man.

Beides - Show und persönliche Leistung - quittieren die Fans mit begeistertem Applaus. Dass allerdings nur 8000 erschienen sind, wirft die Frage auf, aus welchem Kreis sich ihre Anhängerschaft inzwischen rekrutiert. Tatsächlich sind die meisten im Publikum zwischen 25 und 30 Jahren alt, also ungefähr im gleichen Lebensabschnitt wie die Sängerin. Die überaus lukrativen Teenies, bei denen immer noch eine erwachsene Begleitperson mit ins Konzert muss, fehlen. Hier ist nicht nachgewachsen, was nachwachsen muss, um auf Dauer ein rentables Zugpferd im Popzirkus abzugeben.

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