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Übach-Palenberg: Brandschutz: „Durchaus Handlungsbedarf”

Übach-Palenberg : Brandschutz: „Durchaus Handlungsbedarf”

Der Deutsche Feuerwehrverband schlägt Alarm. Werde der Mitgliederschwund nicht gestoppt, sei der Brandschutz in einigen Jahren nicht mehr überall gewährleistet. Den Stand der Dinge und die Zukunftsperspektiven im Regierungsbezirk Köln erläutert Manfred Savoir aus Übach-Palenberg, seit 1. November Bezirksbrandmeister, im Gespräch mit unserem Redakteur Hermann-Josef Lentzen.

Gibt es schon akute Personalengpässe in einer der 95 Freiwilligen Feuerwehren?

Savoir: Das nicht, aber auch in unserem Regierungsbezirk besteht beim Brandschutz durchaus Handlungsbedarf. Die konstant bleibende Zahl von 23.000 Aktiven in den acht Kreisen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verfügbarkeit der Frauen und Männer besonders tagsüber im Gegensatz zu früher doch deutlich nachgelassen hat.

Woran liegts?

Savoir: Zwei Hauptgründe gibts. Zum einen haben viele Mitglieder ihren Arbeitsplatz inzwischen auswärts. Zum anderen sind selbst die, die vor Ort ihrem Job nachgehen, nicht mehr so ohne weiteres abkömmlich. Zwar besteht eine gesetzliche Verpflichtung für die Arbeitgeber, im Notfall die Wehrleute freizustellen, aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Deshalb müssen wir das Thema permanent im Auge behalten. Aber wir wollen ja nicht nur knatschen, sondern auch selbst zur Lösung des Problems beitragen. So kann jeder Aktive in seinem Meldeempfänger erkennen, ob es um einen eher nachrangigen Einsatz geht oder die höchste Stufe gilt, nämlich Menschenleben zu retten. Anderes Beispiel: Seit 2004 ermöglicht das Gesetz zur interkommunalen Zusammenarbeit, dass Gefahrenabwehrpläne über Gemeindegrenzen hinweg erstellt werden können. Wenn früher die Schule in der Stadt X brannte und die Wehr in der Nachbarstadt Y um Hilfe gebeten wurde, musste man warten, ob sie auch kam. Heute sind gemeinsame Einsätze bei bestimmten Szenarien planbar.