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Nordeifel: Biker-Saison beginnt schon im Februar

Nordeifel : Biker-Saison beginnt schon im Februar

Einen Hauch von Frühling hat uns das Winterhoch „David” beschert und auch auf den Straßen wird langsam der Frühling eingeläutet. Die ersten Cabrios sind schon offen unterwegs und auch für die Motorradfahrer hat die Saison bereits begonnen.

Am Wochenende waren vor allem rund um den Rursee bereits viele Biker unterwegs. Die Saison beginnt zumindest für diejenigen früher, die ihr Zweirad angemeldet haben.

„Gut ein Drittel der Motorradfahrer haben Saisonkennzeichen, meist von März/April bis Oktober. Die stehen jetzt mit langen Gesichtern da”, weiß Dieter Wilm vom Straßenverkehrsamt Aachen.

Ein weiteres Drittel melde das Motorrad über den Winter ab und könne damit selbst entscheiden wann die Saison für sie beginnt. „Das letzte Drittel sind die Hartgesottenen, die immer fahren, bei gutem Wetter eben auch im Winter”, sagt Wilm.

An Feiertagen wie Pfingsten sind oft mehrere tausend Biker am Rursee unterwegs. „Am Wochenende wurden wir fast überrannt, die Terrasse war brechend voll”, sagt Silvia Körfer die mit ihrem Mann Udo in Strauch die „Biker Ranch” und ein Motorradgeschäft betreibt.

Wenn das Wetter mitspiele, merke man das sofort, sobald die Sonne raus käme, seien die Biker in Gedanken schon auf ihren Maschinen. „Motorradfahren bedeutet ein Stück Freiheit, alles stehen und liegen lassen und einfach losfahren”, sagen die Körfers.

Auch bei Udo Körfer kribbelt es, am liebsten würde er sich auf seine 1000er Suzuki schwingen und ein paar Runden drehen, aber der Job und die Kinder gehen vor.

Außerdem macht ihm das Fahren in der Eifel wenig Freude, aufgrund vieler Kontrollen sei es viel zu leicht den Führerschein zu verlieren. Deshalb toben sich die Körfers lieber ein- bis zweimal im Jahr auf einer Rennstrecke aus.

Verstärkt kontrollieren will die Polizei auch in diesem Jahr. Zu Beginn der letzten Motorradsaison gab es fünf Tote in der Eifel. Deshalb nimmt die Polizei in diesem Jahr die Eifel früher ins Visier.

In Abstimmung mit den Kollegen in Euskirchen und Düren wird die Polizei Aachen die Einhaltung von Durchfahrts- und Überholverboten sowie von Geschwindigkeitsbegrenzungen überwachen. „Gleichzeitig wollen wir mit den Motorradfahrern ins Gespräch kommen, wohl wissend, dass wir einige nie erreichen werden”, so Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei Aachen.

Katz und Maus

Einige Motorradfahrer fühlen sich durch die Kontrollen provoziert und schikaniert. „Mir kommt das machmal wie ein Katz und Maus Spiel vor”, sagt einer der Gäste auf der Terrasse der „Biker Ranch”.

Auf verschiedenen Internetseiten finden sich einige Videos, in denen die Verfasser ihr verkehrswidriges Verhalten rund um den Rursee offen zur Schau stellen. Die Maßnahmen der Polizei werden in diversen Internetforen ebenso diskutiert.

Vielfach wird die Polizei aufgrund der Kontrollen und ihrer Aussagen angefeindet. Zum Beispiel warnt ein Benutzer vor einem Polizeimotorrad, das am Rursee im Einsatz sei. Da müsse man dann noch mehr aufpassen, dass man nicht zu schnell sei.

Das angesprochene Polizeimotorrad ist mit Videoüberwachung und Geschwindigkeitsmessung ausgestattet. In der letzten Saison wurden so 300 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt, 84 mal davon wurde ein Fahrverbot verhängt.