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Landgraaf: Belohnungen bei Pinkpop: Rote Rosen fürs Publikum

Landgraaf : Belohnungen bei Pinkpop: Rote Rosen fürs Publikum

Wie eine Belohnung: Nach zwei extremen Wetterlagen bescherte der dritte Pinkpop-Tag den rund 50.000 Besuchern auf dem Megaland-Gelände von Landgraaf ideales Festivalwetter mit Sonne und frischem Wind.

Viel Abwechslung bot das Programm auf drei Bühnen: von Soul und Blues über luftigen Pop, Rock unterschiedlicher Art, Reggae, jazzigen Funk bis hin zu Dance und Trance - alles dabei.

Der dritte Tag beim 34. Pinkpop-Festival in Landgraaf unweit von Aachen. Eine gelöste Atmosphäre lag über dem Gelände, das noch unübersehbar von den Wolkenbrüchen des Vortages gezeichnet war.

Den dreitägigen Musik-Marathon beendete die Show von Manu Chao samt Band - mit feurigen Rhythmen, viel Reggae und Ska und kämpferischen politischen Botschaften. Die ausgelassene Action
sprang von der Bühne - überall wurde gehüpft, gesprungen, getanzt.

Absolut grandios am späten Vormittag: Soul-Legende Solomon Burke. Welch eine Inszenierung!

Das Schwergewicht auf einem blau-goldenen Thron, umgeben von einer Bigband mit Smokings und Fliegen. Burke predigte Frieden und positives Denken.

Fürs Publikum gabs rote Rosen und T-Shirts. Und schließlich bat der Maestro, der sichtlich Freude hatte an diesem Auftritt, Zuschauer zum Tanzen auf die Bühne, bis er selbst im Pulk kaum noch zu sehen war.

Dazu sorgte satter, saftiger Soul, Blues und RocknRoll für beste Laune. Ein wenig später hielt Burke Audienz am Autogrammstand, wechselte mit jedem ein paar Worte, posierte für Fotos. Liebenswürdiger Opa. Ein Erlebnis.

Wundervoll in der Mittagssonne: die Cardigans im höfischen Wohnzimmer-Ambiente inklusive Kronleuchter. Die Stimme von Nina Persson schwebte über Megaland.

Bezaubernd und unaufgeregt, was die Nordlichter boten. Überhaupt die Skandinavier: Die Klangtüftler von Röyksopp ließen die Bässe durch Mark und Bein wummern, Saybia begeisterten mit ihrem melancholischen Poprock.

Währenddessen brachte am anderen Megaland-Ende DJ und Produzent Junkie XL die Leute zum Tanzen. Viel- seitigkeit ist Trumpf bei Pinkpop.

Und dann natürlich der härtere Stoff. Mit dumpfem Donnerhall: Queens Of The Stone Age. Wuchtig: Audioslave mit Chris Cornell, früher die Stimme von Soundgarden.

Zwan - noch eine neue Band mit alten Bekannten. Das Team um Billy Corgan, dem ehemaligen Kopf der Smashing Pumpkins, war als Er- satz für Sum 41 ins Programm ge- kommen - und eine Bereicherung.

Ebenfalls neu dabei (für Linkin Park, deren kurzfristige Absage den Veranstaltern einige Klimmzüge abverlangte): Evanescence.

Die sind zwar noch nicht so berühmt wie die amerikanischen Kollegen, aber geradewegs auf dem Weg nach oben. Sie zelebrieren Gegensätze wie mystische Sanftheit und knallende Härte, die im Konzert bei weitem überwog.

Und mit der jungen Sängerin Amy Lee hat die Szene eine neue Metal-Sirene. Sie und Gitarrist Ben Moody wunderten sich über die vielen pinken Käppis auf den Köpfen. Aber klar doch - es war ja schließlich Pinkpop...