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Bonn: Beim Pharao sind gute Nerven gefragt

Bonn : Beim Pharao sind gute Nerven gefragt

Halbzeit für den sagenumwobenen Pharao Tutanchamun in der Bonner Bundeskunsthalle: In den drei Monaten seit der Eröffnung hat die Ausstellung fast 350.000 Besucher angelockt.

Museumssprecherin Maja Majer-Wallat ist durchaus zufrieden. „Wir möchten natürlich die halbe Million voll kriegen bis zum 1. Mai”, sagt sie.

Dann ist Schluss und die Grabschätze aus dem Tal der Könige treten die Reise zur nächsten Ausstellung in den USA an.

Zufriedene Gesichter auch bei den Besuchern, sofern sie nicht wie an Wochenenden oder Feiertagen über die drangvolle Enge klagten.

Immerhin, sagt Majer-Wallat, habe bisher noch niemand draußen in der Kälte warten müssen. Aber wenn an einem Wochenendtag 6000 Besucher ins Haus kämen, dann könne es schon sein, dass „ein, zwei oder vielleicht auch drei Leute mit dieser Situation nicht so gut zurecht kommen”.

„Dass es bei solchen Besuchermassen irgendwelche Zwischenfälle gibt, halte ich für total normal, und das ist auch nicht zu verhindern.”

Wer die rund 50 Stücke aus dem Grab Tutanchamuns und die 70 weiteren auserlesenen Kostbarkeiten aus anderen Gräbern aus dem Tal der Könige und den umliegenden Tempeln mit mehr Ruhe betrachten will, der sollte nachmittags nach 17 Uhr kommen.

Meist sei es auch dienstags und freitags etwas ruhiger, sagte ein Museumssprecher. Dann bleibt auch Muße für den computeranimierten Film, der den Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte der pharaonischen Grabanlagen nimmt.

Bei großem Besucherandrang sind dafür nach Aussagen Betroffener starke Nerven gefragt. Um überlange Schlangen zu vermeiden, hat das Museum Zeitfenster für eine halbstündliche Einlasszeit eingerichtet.

Die Karten dafür können vorab gebucht werden und werden mit der Post zugestellt. Das Instrument werde gut genutzt, sagte der Sprecher.

Die angebotenen Führungen seien jeden Tag ausgebucht. Brechend voll sei es an den zu Schülertagen erklärten Montagen, sagte der Sprecher. Der Schülertag wurden laut Majer-Wallat von Freitag auf Montag verlegt.

Für Unentwegte gibt es am 12. Februar „Tutanchamun by Night”. Dann öffnet das Museum von 21.30 Uhr bis 2.00 Uhr, und im Foyer legt ab Mitternacht der DJ los.

Auch Bonns Hotelbetriebe profitieren von der großen Anziehungskraft des Pharaos. So hat die Tourismus GmbH Bonn bisher rund 3100 Einzel- und Gruppenreisende gezählt, die ihr Tutanchamun-Paket bei ihr gebucht haben.

Für Einzelreisende gehört dazu die Übernachtung, die Eintrittskarte, ein Bonner Info-Paket und die Welcome-Card, die freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Vergünstigungen in anderen Museen und Einrichtungen der Stadt ermöglicht.