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Aachen: Beim ersten Kammerkonzert überzeugen alle Musiker

Aachen : Beim ersten Kammerkonzert überzeugen alle Musiker

Krankheitsbedingt traten die Musiker des Aachener Sinfonieorchesters in wesentlich kleinerer Besetzung zum erste Kammerkonzert an als geplant. Der Qualität des Programms und der Ausführung tat das keinen Abbruch.

Den Löwenanteil des Konzerts im prall gefüllten Spiegelfoyer des Theaters bestritten Solo-Klarinettist David Kindt und sein Partner am Klavier, Helge Aurich, mit drei Perlen des gar nicht schmalen Repertoires für diese Besetzung.

Den Höhepunkt bildete ein beeindruckender Vortrag der Klarinetten-Sonate in f-Moll von Johannes Brahms, eines abgeklärten Spätwerks des Meisters, das zunächst nicht so recht zur Jugendlichkeit der Interpreten passen wollte. Die beiden Musiker verzichteten auch auf besonders melancholische Trauerränder und stellten vor allem die Energie und Kraft heraus, die in dem Werk steckten.

Freilich so geschmackvoll, dass die reife, dunkel abgetönte Stimmung der Sonate nicht zu kurz kam. Dafür blies David Kindt das zarte Andante einfach zu schön und, besonderes Kompliment, sekundierte ihm Helge Aurich so einfühlsam, dass sich das Blasinstrument mühelos entfalten konnte. Davon profitierten auch die beiden kleineren und heller gestimmten Stücke von Francis Poulenc und Witold Lutoslawski.

Einen musikhistorischen Einblick in die komplizierte Geschichte der Traversflöte vermittelte Solo-Flötist Matthias Schmidt, der auf einem originalen Instrument aus dem 18. Jahrhundert mit zwei Fantasien für Flöte solo einen hörenswerten Beitrag zum derzeitigen Telemann-Jahr leistete. Begeisterter Beifall für alle Musiker.

Das Konzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.