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Aachen: Bei Anruf gibt´s Trost und Hilfe

Aachen : Bei Anruf gibt´s Trost und Hilfe

Bis zu 70.000 Mal im Jahr klingelt der Apparat der Telefonseelsorge fürs Bistum Aachen. Da die Seelsorge täglich rund um die Uhr arbeitet, sind viele, meist ehrenamtliche Helfer nötig. Allein in Aachen opfern 140 von ihnen im Jahr bis zu 200 Stunden, um für die Nöte der Anrufer da zu sein.

Roy ist einer der Mitarbeiter. Er ist hauptberuflich Ingenieur. „Ich bin Telefonseelsorger, weil mir in meinem Leben viel Gutes widerfahren ist und ich der Gesellschaft etwas zurückgeben will”, sagt er. „Ganz oft sind Menschen dabei, die einen Zuhörer für ihre Probleme brauchen. Ich bin dann am Telefon für sie und ihre Sorgen da - das gibt ihnen Mut, weiter zu machen, und ich freue mich, weil ich etwas Sinnvolles getan habe”.

Psychische Probleme

„Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind für fast alle Lebenslagen gut geschult”, sagt der evangelische Pfarrer Frank Ertel als Leiter der ökumenischen Einrichtung in Aachen. Die Probleme der Hilfesuchenden reichen von Einsamkeit über psychische Probleme und Schuldgefühle bis hin zur Angst vor der drohenden Arbeitslosigkeit und Selbstmordgedanken.

Die allgegenwärtigen Finanzsorgen machen auch vor der telefonischen Beratung nicht halt. Die Zahl der Anrufe geht bei weitem über die Kapazität der Seelsorger hinaus. „Irgendwo sind uns da natürlich auch Grenzen gesetzt”, gibt Ertel zu bedenken. „Wir würden gerne mehr ehrenamtliche Seelsorger ausbilden. Da wir aber großen Wert auf die Qualität der Ausbildung legen, ist das schwierig. Auch bei uns werden die Mittel knapp.” Für die Zukunft setzen die Seelsorger und ihre Helfer verstärkt auf die Betreuung per Internet.

Telefonisch erreichbar sind sie kostenlos und anonym unter Telefon 0800 111 0 111.
Mehr dazu: www.telefonseelsorge.de