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Bonn: Bauunternehmer soll Arbeitnehmer ausgebeutet haben

Bonn : Bauunternehmer soll Arbeitnehmer ausgebeutet haben

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat einen Bauunternehmer aus Siegburg festnehmen lassen, der im Verdacht steht, seine ausländischen Arbeiter ausgebeutet zu haben.

Gegen den 56- jährigen sei am Freitag Haftbefehl wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, des gewerbsmäßigen Betrugs und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitslohn erlassen worden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Freitag mit. Sämtliche Firmenbüros wurden durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Die Ermittlungen richten sich auch gegen fünf Mitbeschuldigte.

Im Juli 2007 hatte die Staatsanwaltschaft die Büros schon einmal durchsucht. Aus den damals beschlagnahmten Unterlagen habe sich ergeben, dass der Unternehmer Steuerzahlungen und Sozialgaben von rund 2,1 Millionen Euro nicht abgeführt habe, sagte Apostel.

Der Bauunternehmer warb zumeist rumänischen Bauarbeiter mit 7,50 Euro pro Stunde an. Tatsächlich hätten sie dann aber oft nur ein Handgeld von 150 bis 200 Euro erhalten, von dem oft auch noch Geld für die Unterkunft abgezogen worden sei, sagte Apostel.

Nach den Durchsuchungen im vergangenen Sommer musste der Unternehmer als Geschäftsführer des Hauptunternehmens zurücktreten. Doch dann wurde ein neuer Geschäftsführer eingesetzt, der nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft als Strohmann fungierte. In Wahrheit habe der Siegburger die Geschäfte weiter geführt.

Die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft im Sommer hätten den Mann nicht dran gehindert, weitere Rumänen einzustellen, denen er zuletzt gar keinen Lohn mehr gezahlt habe.