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Aachen: Bahnprobleme: DB-Spitze stellt sich

Aachen : Bahnprobleme: DB-Spitze stellt sich

Eine Lösung hat der Konzernbevollmächtigte der Bahn AG für NRW, Reiner Latsch, nicht präsentieren können. Aber dass er sich der Verbandsversammlung des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) zur Diskussion über die erheblichen Probleme im Bahnverkehr gestellt hat, mag man als Einstieg in eine Lösung werten.

„Kein leichter Gang” sei der Weg gewesen, betonte Latsch. Und bekam von AVV-Geschäftsführer Hans-Joachim Sistenich und etlichen Mitgliedern der Versammlung präsentiert, was im Argen liegt.

Zum Teil erhebliche Verspätungen, Zug- und Personalausfälle, technische Probleme wie nicht zu öffnende Türen, ausgefallene Signale... „Es hat bei den Fahrgästen einen Proteststurm gegeben, wie seit 30 Jahren noch nie”, sagte Sistenich. „Im November ist die Bahn regelrecht kollabiert.” Probleme seien nicht Ausnahme, sondern Regel. Der AVV zahle für nicht erbrachte Leistungen deshalb auch nicht mehr.

Latsch räumte Fehler und Versäumnisse ein, erläuterte strukturelle Ursachen und versprach durch schon eingeleitete Maßnahmen bis Juni die bisherige Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Ein Herumdoktern an den Symptomen nannte Sistenich das, er sehe nicht, wie die Ursachen behoben werden sollen.

Denn uneins blieben sich Bahn und AVV über die grundsätzliche Struktur. Und der AVV sieht die Hauptursache für die Probleme in der nur Zweigleisigkeit der Strecke Aachen-Köln und vor allem darin, dass die Bahn die Kapazität des reginalen Verkehrs so grenzwertig berechne, dass jede Störung direkt zu erheblichen, lange nachwirkenden Problemen führe. Eine Rechnung ohne Reserve. Hier Abhilfe zu schaffen bleibt vorrangiges Ziel - gerade nach der mit deutlich geführten Debatte.