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Bonn: Badeunfall einer Dreijährigen in Pool: Nachbarin muss nicht zahlen

Bonn : Badeunfall einer Dreijährigen in Pool: Nachbarin muss nicht zahlen

Vier Jahre nach dem Badeunfall eines dreijährigen Mädchens im Swimmingpool der Nachbarn ist ein Zivilstreit vor dem Oberlandesgericht in Köln in zweiter Instanz rechtskräftig beendet worden. Die Berufung gegen das Urteil des Bonner Landgerichts wurde mangels Erfolgsaussicht zurückgenommen.

Das bestätigte ein Sprecher am Mittwoch. Demnach trägt die Besitzerin eines Swimmingpools aus Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) keine Mitschuld an dem Pool-Unfall des Mädchens, das seit August 2004 im Koma liegt. (AZ: LG Bonn 3 O 503/07)

Die Haftpflicht-Versicherung der Großmutter, die damals die Aufsicht über das Mädchen führte, hatte die Pool-Besitzerin auf Übernahme der Hälfte der Krankenkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro verklagt, weil das private Schwimmbad im Nachbargarten nicht ausreichend gegen Gefahren abgesichert gewesen sei. Nach Ansicht des Klägers hätte es mit einem Geländer umzäunt oder abgedeckt werden müssen. Diese Forderungen hielten die Richter für völlig überzogen. Die Pool-Besitzerin, die zum Zeitpunkt des Unfalls nicht zu Hause war, habe sich darauf verlassen dürfen, dass die Oma das Kind „ordnungsgemäß und lückenlos” beaufsichtigt.

Als die Kinder nach dem Baden bereits umgezogen waren, hatte die Großmutter ihre beiden Enkelinnen kurz alleine gelassen, weil sie zur Toilette musste. Als sie zurückkehrte, fand sie die Jüngere bewusstlos im Pool. Wie der Unfall passiert ist, hat niemand gesehen. Eine vollständige Genesung des Kindes ist inzwischen ausgeschlossen.