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Köln: Baby brutal geschüttelt: Sieben Jahre Haft für Vater

Köln : Baby brutal geschüttelt: Sieben Jahre Haft für Vater

Für das brutale Schütteln seines Babys ist ein junger Vater in Köln zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der 24-Jährige hatte seiner fünf Wochen alten Tochter ein lebensgefährliches Schütteltrauma beigebracht. Mit seinem Urteil ging das Landgericht Köln am Dienstag deutlich über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die lediglich fünf Jahre Haft beantragt hatte.

Die Richter begründeten dies unter anderem mit den massiven Folgen für das Kind, das durch das Schütteltrauma gravierende Hirnverletzungen davongetragen hatte und deshalb möglicherweise lebenslang unter epileptischen Anfällen leiden wird.

Der Vater hatte vor Gericht bis zuletzt zu den Anklagevorwürfen geschwiegen und auch keine Angaben zu seiner Person gemacht. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass er das Baby auch brutal geschlagen hatte. Augenzeuge war in diesem Fall der sechsjährige Vetter des Säuglings.

Dessen Aussage sei keinesfalls ein „Hirngespinst” gewesen, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Seine Ausführungen waren von dermaßen lautstarken Missfallensbekundungen von Verwandten des Angeklagten begleitet, dass das Gericht mit der Räumung des Gerichtssaals drohte.

Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht lediglich, dass der Vater nach den Misshandlungen einen Notarzt gerufen hatte. Sonst wäre das Mädchen möglicherweise sogar gestorben, so die Richter, die von „rohen Misshandlungen” sprachen und den Vater wegen Misshandlung einer Schutzbefohlenen verurteilten.

Der Angeklagte hatte nach Aussagen der Mutter wiederholt angekündigt, das Kind „wegmachen” zu wollen, und ihr auch nahegelegt es abtreiben zu lassen. Die Misshandlung des Kindes sei auch ein grober Vertrauensbruch gegenüber der 19-jährigen Mutter, die zum Zeitpunkt der Tat einen Arzt aufgesucht hatte.

Die Verteidigerin kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an. Sie hatte auf Freispruch plädiert und die Täterschaft ihres Mandanten bezweifelt. Laut Urteilsbegründung kommt jedoch nur der Angeklagte als Täter in Frage.