Köln: Autor Christian Kracht schweigt auch in Köln

Köln: Autor Christian Kracht schweigt auch in Köln

Der Schweizer Autor Christian Kracht (45) nimmt zu dem gegen ihn erhobenen Rassismus-Vorwurf weiterhin nicht Stellung. Bei seinem Auftritt im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne beschränkte er sich am Samstagabend darauf, aus seinem Buch „Imperium” vorzulesen.

Darüber hinaus sagte er lediglich „Guten Abend” und verwies kurz auf einen im Publikum sitzenden Experten für die Hauptperson seines Buches, den Kokosnuss-Kult-Begründer August Engelhardt.

Moderator Hubert Spiegel warf in einer kurzen Einführung die Frage auf, welche Art von Imperium Kracht wohl gemeint haben könne. „Ich könnte Christian Kracht jetzt fragen”, sagte er. Hoffnungen auf ein Gespräch wurden jedoch enttäuscht: Man habe vor der Veranstaltung vereinbart, dass er, Spiegel, keine Fragen stelle und Kracht keine Fragen beantworte.

So verlief die Lesung nach Lit.Cologne-Maßstäben ungewöhnlich eintönig. Gleichwohl war sie schon seit vielen Wochen ausverkauft. Am Ende bedankte sich Kracht für die Aufmerksamkeit und erhielt freundlichen Beifall. Fotografen waren nicht zugelassen.

„Imperium” ist vor allem wegen einer im „Spiegel” veröffentlichten Kritik umstritten. Kritiker Georg Diez urteilte darin: „Wenn man genau hinschaut, ist „Imperium” von Anfang an durchdrungen von einer rassistischen Weltsicht.” Kracht sei somit „der Türsteher der rechten Gedanken”. Bedeutende Schriftsteller nahmen Kracht gegen diesen Vorwurf in Schutz, die meisten anderen Kritiker lobten das Buch. Es entstand eine zweite Debatte darüber, wie weit die Literaturkritik gehen darf. Zu all dem hat sich Kracht selbst bisher nicht geäußert.

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