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Seltener Falter: Aus der Natur unserer Heimat: Der Russische Bär

Seltener Falter : Aus der Natur unserer Heimat: Der Russische Bär

Wer viel in der Natur unterwegs ist, hat auch schon mal das Glück, eine seltene Pflanze oder Tierart zu entdecken. Eine dieser seltenen Schmetterlingsarten in unserer Heimat ist der Russische Bär.

Der Falter mit dem originellen Namen gehört zur Familie der Bärenspinner. Bekannte Beobachtungen sind sonnige Plätze im Rurtal wie zum Beispiel am Weg von Rurberg zur Urftstaumauer, am Weg zwischen Dedenborn und Einruhr oder aber auch in Dörfern auf der Höhe wie im August des Jahres 2000 in Steckenborn.

Seinen Namen verdankt der Falter den langen und pelzig behaarten Raupen, er wird aber auch als Spanische Flagge bezeichnet. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 42 bis 52 Millimetern. Auffallend ist die Färbung dieser Falterart. Die dreieckigen Vorderflügel und der Oberkörper (Thorax) glänzen blau- bis grünschwarz metallisch. Mehr oder weniger breite weiße bis gelbliche Bänder bilden einen deutlichen Kontrast zur dunklen Grundfarbe. An den Flügelspitzen formen sie ein deutliches V, ein schmales Band säumt den Flügelinnenrand. Die Hinterflügel sind kräftig orangerot gefärbt mit drei großen dunklen Flecken. Der ebenfalls orangerote Hinterleib trägt eine schwarze Punktreihe auf dem Rücken.

Insgesamt kommt der Russische Bär in ganz Süd- und Mitteleuropa und im Osten bis ins Baltikum und Russland sowie nach Vorderasien vor. Die Nordgrenze der Verbreitung verläuft ungefähr durch die Mitte Deutschlands. Blütenreich sonnige Lebensräume mit einem Wechsel von schattigen Gebüschen, Stauden und Magerstandorten sind bevorzugte Lebensräume.

Bevorzugte Nahrungspflanze ist der Wasserdost, dessen Hauptblütezeit mit der Flugzeit der Falter zusammenfällt, die von Mitte Juli bis Anfang September reicht. Im September schlüpfen die nachtaktiven Raupen. Der Russische Bär überwintert in einem jungen Raupenstadium versteckt in der Vegetation am Boden. Im Juni des nächsten Jahres verpuppt sich die Raupe. Der Falter schlüpft nach 4 bis 6 Wochen. Wie der Falter so haben auch die Raupen ein breites Nahrungsspektrum: Klee, Greiskraut, Brennnessel, Brombeeren, Hasel.

Der Russische Bär wird als vagabundierender Wanderfalter eingestuft, der kilometerlange Strecken zurücklegen kann und jährlich saisonale Wanderungen zur Übersommerung durchführt, um anschließend zur Fortpflanzung in die Ursprungsgebiete zurückzuwandern.