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Köln: Aus dem kühlen Norden: a-ha in Köln

Köln : Aus dem kühlen Norden: a-ha in Köln

Pünktlich zum Beginn der Jahreszeit der fallenden Blätter ein warmer Herbstwind aus dem kühlen Norden: a-ha und Saybia in der Kölnarena. Da gehört natürlich ein ordentlicher Schuss Melancholie mit dazu.

Doch während die einen keinen Hehl daraus machten, versuchten die anderen, diese vor rund 7500 Zuschauern über weite Strecken wegzurocken...

Den sich zusehends färbenden Bäumen draußen entsprachen a-ha mit einem bunten Pop-Spektakel. Das norwegische Trio - verstärkt durch drei weitere Musiker und eine Sängerin - agierten dabei auf einer futuristisch anmutenden Bühne.

Über den Köpfen ein Band von rechteckigen Projektionsflächen, die in unterschiedlichsten Nuancen aufleuchteten, beispielsweise auch „Regen” simulierten.

Obwohl viele ihrer Songs von schwermütigen Stimmungen durchzogen sind, wollten a-ha offensichtlich nicht zuviel davon aufkommen lassen.

Druckvoll gingen sie vor allem in der ersten Hälfte der zwei Stunden zu Werke. Doch sie können noch so sehr rocken, die Gitarren sprechen lassen - die melancholische Note werden sie nicht los.

Allein schon wegen der sanften, hellen, häufig in die Höhe geschraubten Stimme von Morten Harket, die oft von weit her zu kommen scheint und selbst bei kraftvollen Arrangements schwebt.

Kein Wunder, dass die schwermütige Ballade „Hunting High And Low” ein Höhepunkt war: ruhig intoniert, mit den Zuschauern als stimmkräftigem Chor - das sind die wahren prickelnden Momente.

Auf andere Hits der Band mussten die Fans lange warten. Gegen Ende und als Zugaben kamen sie dann geballt: „Take On Me”, „The Living Daylights”, „The Sun Always Shines On T.V.”, „Summer Moved On”. Und dann ein gemäßigter Abschluss: So ganz verleugnen können oder wollen a-ha die Melancholie ja wohl doch nicht.

Das versuchten Saybia zuvor erst gar nicht. Die Dänen um Sänger S¿ren Huss, dessen Stimme oft stark an die des berühmten Kollegen Harket erinnert, hielten die Bälle flach.

Die wundervollen, herbstlichen Songs ihres gerade bei uns veröffentlichten Debütalbums „The Second You Sleep” wirkten auch ohne große Effekte. Nur selten Energieausbrüche im getragenen Fluss.

Besonders schön: die Single „The Day After Tomorrow”. Zwar - naturgemäß - nicht so stürmischer Beifall wie für a-ha, aber für eine Vorgruppe beachtlich viel Applaus!