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Aufstiegs-Bild darf Bier und Kippe zeigen

Aufstiegs-Bild darf Bier und Kippe zeigen

Aachen. Nach dem bejubelten Aufstieg der Aachener Fußballer und der Feier dazu am 15. Mai rückte am Mittwoch auch das Landgericht den Frohsinn in den Vordergrund - und wies die bierernste Alemannia-Klage ab.

„Zudem ist zu berücksichtigen”, meinte Richter Frank Breuer, „dass es sich bei der Auftstiegsfeier um ein einmaliges Ereignis handelt, das von besonderer Ausgelassenheit und Freude geprägt ist.” Der Erstligist hatte gegen die Verbreitung eines Gemäldes sowie motivgleicher Drucke und Postkarten des Aachener Künstlers Bernd Lepouse geklagt.

Das Gericht stellte fest, dass es sich bei dem Kunstwerk rechtlich um eine „Dokument der Zeitgeschichte” nach § 167; 23 des Kunsturheberrechts handelt - Bild und Drucke dürfen also weiter verkauft werden. Alemannia-Anwalt Helmut Reitz aber will Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen.

Die Ausgangslage: Auf dem Augstiegsfeier-Bild ist Abwehrspieler Emil Noll mit einer qualmenden Zigarette und Präsident Horst Heinrichs mit einem prächtigen Pils dargestellt. Das alles darf der Künstler, denn „der Verbund von Alkohol und Profifußball ist nicht negativ besetzt”. Das schon deshalb, weil sogar die Klinsmann-Elf wie auch die Alemannia selbst von Bierfirmen gesponsert seien. Gerade bei solchen Feiern sei es beinahe typisch, dass Spieler rauchen und trinken, so der Richter. Die zeitgeschichtliche Wiedergabe eines lokalen Großereignisses habe Vorrang, selbst wenn das Bild bereits real, wie im vorliegenden Fall, vor der tatsächlichen Feierlichkeit gefertigt wurde (Az.: 9O269/06).