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Düsseldorf: Aufatmen nach der Premiere: In NRW läuft das erste Zentralabitur

Düsseldorf : Aufatmen nach der Premiere: In NRW läuft das erste Zentralabitur

Die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Zentralabitur ist genommen: Am Montag fanden an den mehr als 800 Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen die schriftlichen Prüfungen im Fach Deutsch statt. Bis zum 26. April folgen nun die Prüfungen in den weiteren Grund- und Leistungskursfächern.

Erstmals werden die Prüfungsaufgaben dabei nicht mehr vom Kursleiter gestellt, sondern landesweit zentral vorgegeben. Am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck mussten ab 9.00 Uhr 82 der insgesamt 106 Abiturienten in sechs Grund- und Leistungskursen zur Klausur antreten. Die Bilanz fiel unterschiedlich aus.

Schulleiterin Hildegard Jäger konnte am Montagmittag nach Ende der Klausuren erst einmal aufatmen. Sie habe das Gefühl, dass alle „recht zufrieden” gewesen seien, berichtete sie. Die Sorgen im Vorfeld der Zentralabitur-Premiere hätten sich nun offenbar gelegt. Die Hauptarbeit hatte das Gymnasien bereits am vergangenen Freitag erledigt: Ab 13.30 Uhr wurden die Prüfungsfragen von einer gesicherten Seite im Internet heruntergeladen.

Anschließend seien sie für alle zu prüfenden Abiturienten kopiert und in versiegelten Briefumschlägen aufbewahrt wurden, erläuterte Jäger. Zwei Stunden lang dauerte die Vorbereitung, damit am Montagmorgen alles problemlos über die Bühne gehen konnte. Auch landesweit kam es am Freitag zu keinen Problemen, wie ein Sprecher des Schulministeriums berichtete. Alles habe „reibungslos” funktioniert. Bei den nächsten Klausuren werden die Schulen die Aufgaben in der Regel einen Tag vor der Prüfung herunterladen können.

Zwischen insgesamt vier Themenbereichen konnten die Abiturienten im Fach Deutsch auswählen, wie Jäger erläuterte. Das Spektrum reichte von Gedichten bis zur Kritik am aktuellen Theater. Für die Auswahl hatten die Schüler eine halbe Stunde Zeit.

Das sei zu wenig gewesen, bemängelte der 18-jährige Christian nach der Klausur. Der 19-jährige Matthias zeigte sich dagegen nach Ende der Klausur insgesamt zufrieden. „Eigentlich ganz okay”, lautete sein Fazit. Der einzige Nachteil sei die Möglichkeit zur Auswahl gewesen. Es habe eine Weile gedauert, bis er seine Wahl getroffen habe. Insgesamt habe er aber ein „gutes Gefühl”.

Landesweit sind es in diesem Jahr etwa 64.000 Schüler, die an der Premiere des Zentralabiturs teilnehmen. Mit den zentral gestellten Prüfungsaufgaben will die Landesregierung die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im Land erhöhen. Dies sei insgesamt ein sinnvoller Ansatz, sagte Schulleiterin Jäger. Ein Nachteil der neuen Struktur sei allerdings, dass je nach Fächerkombination einige Schüler alle drei Klausuren in einer Woche schreiben müssten. Andere würden das erste Mal nach den Osterferien geprüft und hätten damit mehr Vorbereitungszeit.

Das kritisierten auch Christian und Bianca im Anschluss an ihre Deutschprüfung. Insgesamt zeigten sie sich nach der Klausur aber zufrieden. „Ich hätte es mir schwerer vorgestellt”, sagte Christian. Allerdings hat sich die Sorge bei den Schülern mit Blick auf die Benotung nicht ganz gelegt. Immerhin habe der Kurs bei der Probeklausur im vergangenen Jahr relativ schlecht abgeschnitten. Und die Klausuren in Englisch und Geschichte mit umfangreicheren Fragestellungen stünden noch aus.

Bereits am Mittwoch geht der Prüfungsstress am Don-Bosco-Gymnasium weiter. Dann werden die Englischklausuren geschrieben, am Donnerstag ist Latein an der Reihe, am Freitag Pädagogik, Geschichte und Sozialwissenschaften, wie Jäger berichtete. Erst am 24. Mai ist der Tag der Wahrheit: Dann werden die Ergebnisse der Abiturprüfungen bekannt gegeben.