1. Kultur

Aachen: Auf der Suche nach Sinnlichkeit

Aachen : Auf der Suche nach Sinnlichkeit

„13 ist meiner Meinung nach eine Glückszahl”, betont Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey, und der Erfolg dieser inzwischen längst fest mit Aachen und ihrem „Erfinder” Rick Takvorian, inzwischen Veranstaltungsmanager der Stadt, verbundenen Reihe gibt ihm recht.

Das Festival „Schrittmacher” mit seinem beziehungsreichen Untertitel „tanz und tanzARTiges von heute” geht in die 13. Runde.

Den Auftakt bestreitet am Samstag, 16. Februar, im Ludwig Forum die Compagnie Philippe Saire aus der Schweiz mit ihrer Produktion „Could I just draw your attention to the brevity of life”, das die „leichtfüßige” Antwort auf die Frage geben will, wie man sich vom Missmut befreit und dem Bedürfnis nach Freude und Euphorie nachgehen kann - ein guter Leitgedanke für das Festival, das diesmal vier Compagnien an zehn Abenden gestalten.

Tänzerinnen und Tänzer kommen aus der Schweiz, aus den USA, aus Spanien und Frankreich. Neben neuen Gesichtern sind auch „alte Bekannte” dabei - die Compagnie Black Blanc Beur, Trägerin des Innovationspreises der Peter und Irene Ludwig Stiftung (2002), Perfektionisten bei HipHop und Breakdance, gastieren nicht nur in der Mulde, sie bieten auch einen Workshop an. Die zweite Möglichkeit zum Mitmachen gibt es bei den amerikanischen Künstlern von Hubbard Street 2.

Erwartet werden auch in diesem Jahr 3000 bis 4000 Besucher. Und sogar der erste Schritt in die Euregio ist gelungen: In Kooperation mit „Pays de Danses” des Theatre de la Place in Lüttich werden 50 Plätze zu „Schrittmacher-Preisen” für „Steve Reich Evening” am 14. Februar in der Opéra Royal de Wallonie angeboten, einer Produktion der bekannten Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker.

Im Gegenzug sind Gäste aus Lüttich zur Schrittmacher-Premiere eingeladen. „Wir wollen erneut zeigen, was in der Welt des Tanzes los ist”, umschreibt Takvorian die Zielsetzung. So gehört die Compagnie aus Chicago zu „den angesagtesten” in den USA, wie er betont, kommt mit den Spaniern „erre que erre” frischer Wind ins Festival. „Eine ganz junge Compagnie, die zum ersten Mal bei uns gastiert”, so der Veranstaltungsmanager.

Stand in den letzten Jahren oft das Spiel mit multimedialen Möglichkeiten im Vordergrund, beobachtet Takvorian inzwischen eine Rückkehr zum körperlich-sinnlichen Ausdruck. „Ich beobachte zudem den deutlichen Wunsch nach Schönheit. Im technischen Bereich kommt es zudem relativ rasch zu Wiederholungen.”

Dennoch will „Schrittmacher” alles andere als „gefällig” sein. „Jetzt denken wir über einen zusätzlichen, kleineren Bereich nach, wo wir wieder mehr experimentieren können”, wirft Takvorian bereits einen Blick in die Zukunft.