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Aachen: Auf der Suche nach den Quellen

Aachen : Auf der Suche nach den Quellen

„Ich möchte mich selbst als Maler des Kontrastes beschreiben” hat Carl Schneiders einmal gesagt.

Andere wieder nennen ihn den „Maler der Stille”, der in den Tiefen seiner mal farbigen, mal schwarzweißen Flächen eine faszinierende Dynamik erzielte. Bis heute strahlen diese zeitlosen Werke Ruhe und Kraft aus.

Vor genau 100 Jahren - am 19. Februar 1905 - wurde Carl Schneiders als Sohn einer Architektenfamilie in Aachen geboren. Frühzeitige Studien an der Deutschen Akademie - Villa Massimo in Rom weckten sein Gefühl für Fläche und Materie.

Nach dem Krieg übernahm er eine Klasse an der wiederaufgebauten Werkkunstschule Aachen sowie von 1959 bis 1970 einen Lehrauftrag für Freihandzeichnen an der RWTH Aachen. Den ehemaligen Schüler von Klee, Kandinsky und Karl Hofer hat nicht zuletzt sein Aufenthalt am Bauhaus in Weimar geprägt.

Ölbilder und Gouachen hat Schneiders aus Prinzip nie datiert. „Er war auf der Suche nach den Quellen”, charakterisierte ihn einmal der Aachener Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums Ernst Günter Grimme.

So lehnte Schneiders Strömungen und Modeerscheinungen in der Kunst konsequent ab. Und selbst in Zeiten, als die informelle Malerei die Ausstellungen prägte, blieb er auf seinem Weg, malte Häuser, Brücken, Schiffe und Bauwerke.

„Ich glaube an eine Synthese von Wissen und Sehen, und ich bin überzeugt, dass die sichtbare Welt, der Mensch und der Gegenstand im Bilde wieder erscheinen werden”, so sein Bekenntnis, wenn er Stilleben, Landschaften, Naturimpressionen oder Dinge des Alltags in Bildkompositionen umsetzte.

Die Farbharmonie vom kräftigen Leuchten bis zum erdigen Naturton prägten diese Werke, die stets sorgfältig geplant wurden und bei aller Sachlichkeit hierdurch eine sehr persönliche Poesie erlangten. „Vereinfachung als Stadium der Vergeistigung des Künstlerischen” hat Grimme diesem Künstler attestiert, der 1975 im Alter von 70 Jahren starb.

Zu Ehren von Carl Schneiders zeigt das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, Wilhelmstraße 18, ab 16. März, 19.30 Uhr, vier Wochen lang eine Bilderauswahl. Zur Soirée, die der Museumsverein veranstaltet, wird Adam C. Oellers, kommissarischer Direktor der Aachener Museen, zu Leben und Werk sprechen. Oberbürgermeister Jürgen Linden erinnert an den Bürger Carl Schneiders und auch Hans-Josef Thouet, Vorsitzender des Museumsvereins, wird ehrende Worte sprechen.