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Aachen: Auf dem musikalischen Surfbrett unterwegs

Aachen : Auf dem musikalischen Surfbrett unterwegs

Zehnfacher Klang, zehnfacher Witz und ein Programm, das nahezu keinen Wunsch mehr offen lässt: Die „ten tenors”, eine Formation von zehn jungen Sängern aus Australien, die sich 1995 in Brisbane gründete, gastierten mit ihrer Show „Von Abba bis Puccin” im restlos ausverkauften Saaltheater Geulen.

Immer wieder schaffen es die Zehn, blitzschnell das Genre zu wechseln, werfen sich theatralisch in die Frack-Brust, agieren miteinander, allein, in Dreier- oder Zweiergruppen. Man plaudert, schießt ein paar Pointen ab, die nicht selten auch den eigenen Berufsstand treffen.

Tenorwitze? Für die dynamischen Herren kein Problem, im Gegenteil. Und so sausen sie wie auf musikalischen Surfbrettern elegant durch die Gesangslandschaft, nachdem das berühmte „Funiculi, Funicula” und ein schmetterndes „Granada” für den wichtigen Auftritts-Jubel-Applaus gesorgt haben.

Das Programm dieser zehn Tenöre hat eine geschickt gewählte Struktur, obwohl man ein paar Stücke wie „O sole mio” oder die Reise nach Italien etwas eher erwartet hätte. Nach der Pause wird der anfängliche Schwung erst nach einer kleinen Weile wieder erreicht. Aber das nur am Rande.

Erstaunlich das Medley mit den legendären Hits der Bee Gees - leidenschaftlich und zugleich ironisch funkelnd umgesetzt. Dann greift man ins Opern-Regal: „Martha”, „Figaro” und „Don Carlos” werden ruckzuck miteinander verknüpft und stimmschön umgesetzt, nachdem der rundliche Don zuvor augenzwinkernd vorgeschlagen hat: „Das dauert zehn Minuten, da können Sie vielleicht auch draußen einem Bedürfnis nachgehen...” Das will natürlich niemand.

Immer wieder fallen geschickte Lichtregie und professionelle Choreographie auf, was bei zehn Herren in schwarzen Anzüpgen gar nicht so selbstverständlich ist. Sie können sich bewegen und tun es mit nicht selten verblüffender Grazie.

Die „ten tenors” - zehn Künstler, die sich gefunden haben, die ihr Publikum faszinieren und damit in glücklicher Form die Schranke zwischen „E-” und „U-Musik” abbauen mit der Botschaft: Musik macht einfach Freude, und jeder sollte sich heraussuchen, was ihm gefällt. Rauschender Applaus.