Aachen: Atemberaubende Virtuosität zum Classix-Abschluss

Aachen: Atemberaubende Virtuosität zum Classix-Abschluss

Es war ein standesgemäßer Abschluss der vierten Aachener Kurpark Classix: Nach zwei „funkelnden” Werken der Musikliteratur entfalteten sich am Himmel über der gewölbten Bühne glitzernde Blumenbouquets, Sternenteppiche und immer neue Varianten pyrotechnischer Kunst, perfekt abgestimmt auf die Klänge aus Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik”, interpretiert vom Aachener Sinfonieorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch.

Zuvor hatte sich die erst 29-jährige Geigerin Rebekka Hartman in atemberaubender Virtuosität mit einem Werk präsentiert, das zu den wichtigsten Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts gehört: Jean Sibelius’ Konzert d-Moll op. 47.

Das erforderliche Höchstmaß an technischer und interpretatorischer Kraft erbrachte Hartmann bravourös, mit getragen von einem diszipliniert und extrem sensibel agierendem Orchester unter der konsequenten Stabführung seines Dirigenten. Das Konzert im spätromantischen Stil durchbricht Hörgewohnheiten. Das Publikum konnte sich seiner Magie, Verzweiflung und dunklen Strömung nicht entziehen und feierte die Solistin.

Nach der Pause bildeten die ruhigen, bisweilen majestätischen Strömungen der „Rheinischen”, Robert Schumanns Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, einen Gegenpol. In der Umsetzung des Aachener Orchesters lang die Sinfonie pur, feierlich, deutsch aber kein bisschen „deutschtümelnd”. Der Rest war Feuerwerk.

Mehr von Aachener Zeitung