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Anwälte mit Massaker bedroht

Anwälte mit Massaker bedroht

Aachen. Die wahnhafte Vorstellungswelt eines sächsischen Maschinenbauingenieurs versuchte am Montag Richter Harald Brandt zu ergründen.

Der Vorsitzende der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht befand sich bei seiner Befragung auf gefährlichem Terrain, ließ den gut gekleideten und, wie sich herausstellte, hochintelligenten Beschuldigten zum Schutz des Verteidigers in Fußfesseln antreten, ein Verfahren, das zuletzt im Aachener Anarchisten-Prozess angewandt wurde und ansonsten nur „schweren Jungens” der höchsten Sicherheitsstufe zugute kommt. Der wortgewandte Wissenschaftler, der in Aachen lange Jahre bei Krantz und zuletzt als Raumfahrt-Ingenieur in Bremen arbeitete, brachte das kaum aus der Fassung.

Weil er die Juristen mehrere Male mit einem ähnlichen Massaker wie dem des 2003 brutal mit einer Pumpgun hingerichteten Anwalts im bergischen Overath bedrohte, muss er sich in einem dreitägigen Einweisungsverfahren verantworten. 1992 hatte er einen Aachener Anwalt mit einem Holzschläger malträtiert.