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Bayreuth: Anna Netrebko gibt ihre Premiere am Grünen Hügel

Bayreuth : Anna Netrebko gibt ihre Premiere am Grünen Hügel

Anna Netrebko als Elsa für zwei Vorstellungen und Valery Gergiev als Dirigent der neuen „Tannhäuser“-Produktion: Die Bayreuther Festspiele setzen im kommenden Jahr auf zwei Klassik-Stars aus Russland. Netrebko werde in zwei Aufführungen der Richard-Wagner-Oper „Lohengrin“ die Partie der Elsa übernehmen, teilten die Festspielmacher gestern mit. Schon lange war über ein Engagement Netrebkos am Grünen Hügel spekuliert worden. Die Sängerin debütierte vor zwei Jahren in Dresden als Elsa.

Katharina Wagner stellte auf der Pressekonferenz weitere Höhepunkte vor: Zehn Jahre Kinderoper, eine Uraufführung im Rahmenprogramm der Festspiele und natürlich die mit Spannung erwartete Neuinszenierung des „Lohengrin“. Mit dem „Lohengrin“ wird Christian Thielemann, der musikalische Direktor der Festspiele, die letzte Lücke in seinem Bayreuther Engagement schließen. Alle anderen neun Werke des Bayreuther Kanons hat er bereits auf dem „Grünen Hügel“ geleitet. Eine besondere Note erhält die Premiere durch die Verpflichtung des Künstlerpaars Neo Rauch und Rosa Loy, die dem kurzfristig eingesprungenen Regisseur Yuval Sharon bereits ein „Gericht“ vorbereiteten, das Rauch aufgrund der vorherrschenden blauen Färbung als „Blaukraut“ bezeichnete. Wie sich der Regisseur auf die szenischen Vorgaben einstellen konnte, wird sich zeigen.

Thielemann freut sich jedenfalls über eine Ausstattung, die den massiv bestückten Chorszenen große Freiräume lässt. Angesichts der diesjährigen Besetzungsturbulenzen hielt sich Katharina Wagner mit Prophezeiungen für die nächste Saison zurück.

Fest steht allerdings eine Neuinszenierung des „Tannhäuser“ unter der musikalischen Leitung von Valery Gergiev mit dem jungen Tobias Kratzer als Regisseur. Über den neuen, für 2020 vorgesehenen „Ring des Nibelungen“ wurde nicht gesprochen.

Geschäftsführer Holger von Berg betonte, dass nach wie vor alle Vorstellungen bis zum 29. August ausverkauft seien. Angesichts der Digitalisierung des Kartenverkaufs versprach er eine Reduzierung der bisher 43 Preiskategorien auf elf. An der Preisspanne von zehn bis 320 Euro pro Eintrittskarte werde sich freilich nichts ändern. Die Renovierung der Außenfassade des Festspielhauses ist weitgehend abgeschlossen. Allerdings stehen noch Baumaßnahmen in Sachen Brandschutz und behindertengerechtem Zugang auf dem Programm.

(P.Ob./dpa)