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Gelesen: „Anmut und Feigheit“ von Frank Schulz

Gelesen : „Anmut und Feigheit“ von Frank Schulz

Der Name Bodo Morten ist Fans von Frank Schulz natürlich geläufig. Er war der Protagonist des norddeutschen Autors in der grandiosen „Hagener-Trilogie“. Was aus ihm wurde?

Schulz enthüllt es in seinem neuen Buch „Anmut und Feigheit“, einer Sammlung von 23 Kurzgeschichten. Es sind Erzählungen, die sich meist mit dem Älterwerden, dem Abschiednehmen beschäftigen.

Berührend ist vor allem das Fragment „Rotkehlchen“. Es handelt vom Tod der Mutter, die an ihrem 76. Geburtstag zusammenbricht und drei Tage später stirbt. Schulz zeigt sich darin von einer ungewohnten Seite. Er ist nicht mehr der wortgewaltige Sprachjongleur mit ausgeprägtem Hang zum grotesken Humor. Schulz wird am Totenbett zum stillen Begleiter und trauernden Beobachter.

Einfühlsam geht er den gemeinsamen Lebensweg seiner Eltern nach, schreibt sich seine Verzweiflung von der Seele. „Rotkehlchen“ ist eine Liebeserklärung an seine Mutter. Allein sie macht das Buch lesenswert. (jozi)