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Köln: Angeklagter im Kölner Hotelmord-Prozess: Es war keine Absicht

Köln : Angeklagter im Kölner Hotelmord-Prozess: Es war keine Absicht

Es war keine Absicht - mit dieser Aussage verteidigt sich der Hauptangeklagte im Kölner Hotelmord-Prozess. In einer am Donnerstag vom Gericht verlesenen Erklärung gab der 31-Jährige zwar zu, in der Hotelsuite auf sein Opfer, einen erfolgreichen Fotografen, eingeprügelt zu haben.

Dies sei aber nur als „Abreibung” gedacht gewesen, da ihm der Berliner noch 5000 Euro wegen eines nicht ausgeführten Auftrags geschuldet habe. „Ich würde nie den Tod eines Menschen in Kauf nehmen”, hieß es in der Erklärung.

Das Opfer war nach dem brutalen Übergriff während des Weltjugendtages in Köln vor zwei Jahren an Blutverlust in Kombination mit einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatten die beiden Angeklagten den Fotografen mit einem lukrativen Auftragsangebot in das Hotel gelockt.

Der 31-Jährige räumte ein, dem Fotografen einmal einen „wuchtigen” Schlag mit der Tatwaffe, einem Baseballschläger, verpasst zu haben. Weitere Schläge mit dem Baseballschläger seien dann aber von dem 36- jährigen Mitangeklagten gekommen. Schlecht geworden sei ihm, als der Komplize dem Opfer einen dermaßen starken Schlag gegen das Kinn verpasst habe, dass mehrere Zähne ausgefallen seien.

Als sie den Tatort verlassen hätten, habe der Fotograf noch gelebt und sich bewegt. Hätte er gewusst, wie schwer verletzt der 37-Jährige gewesen sei, hätte er ärztliche Hilfe geholt, behauptete der Hauptangeklagte. Vom Tod des Fotografen habe sein Komplize aus eine Boulevardzeitung erfahren, er selbst habe daran anfangs gar nicht geglaubt. Den Baseballschläger hätten sie in einen See geworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte der 31-Jährige aus Hass und Eifersucht.

Vor dem Verlesen der Erklärung hatte es Unstimmigkeiten zwischen der Verteidigung und dem Gericht gegeben. Unter anderem hatte der vorsitzende Richter ein Prozesstagebuch kritisiert, das ein Verteidiger auf seiner Homepage führt. Die „einigermaßen detailreichen Schilderungen” des Prozessgeschehens könnten spätere Zeugen beeinflussen, sagte der Richter. Der Prozess soll am Mittwoch (15. August) fortgesetzt werden.