1. Kultur

Aachen/Wassenberg: Angeklagter: Ehe war zeitweise "Tortur"

Aachen/Wassenberg : Angeklagter: Ehe war zeitweise "Tortur"

Der Angeklagte spricht ganz leise. Der 40-Jährige soll Ende Juli vergangenen Jahres seine Ehefrau ermordet haben.

Die Staatsanwältin am Mittwochmorgen zu Beginn des Prozesses vor dem Aachener Schwurgericht: „Er hat die Tat aus niederen Beweggründen ausgeführt.” Auf der Anklagebank sitzt ein gepflegter Mann, von Beruf Abwasserentsorgungstechniker.

Stunden braucht er, um seine Sicht der Dinge zu schildern, die schließlich zum Tod seiner 38-jährigen Frau führten. 19 Jahre waren die beiden verheiratet, die Tochter ist heute 18, der Sohn 15 Jahre alt. Das letzte Ehejahr bezeichnet der Angeklagte als „Tortur”. Seine Frau sei fremdgegangen, darüber sei er krank geworden.

Verprügelt habe er seine Frau, wirft die Staatsanwältin ihm vor. Vorübergehend musste er in die geschlossene Psychiatrie. Das Verhängnis nahm am 27. Juli seinen Lauf. Er bat seine Frau um eine Unterredung, fuhr mit ihr in die Nähe von Kesternich - und erstach sie. 13 Messerstiche führten zum Tod. Der Prozess wird fortgesetzt.