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Alte Arbeitnehmer, neue Tarifverträge

Alte Arbeitnehmer, neue Tarifverträge

Aachen. Vielleicht ist es wirklich nur ein Experiment, was in Gelsenkirchen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften vereinbart worden ist: Im neuen Tarifvertrag der Stahlindustrie wird erstmalig der demographische Wandel in der Arbeitswelt ausdrücklich berücksichtigt.

Denn die Gruppe der 50- bis 64-jährigen potenziell Erwerbstätigen wirdi im Jahre 2020 bereits 39 Prozent ausmachen und den größten Anteil auf dem Arbeitsmarkt stellen, prognostiziert das Bundesamt für Statistik.

Gleichzeitig fehlt es an Nachwuchs. „Wir werden schon ab 2010 mit einem Arbeitskräftemangel zu rechnen haben”, sagt Christopher Schlick auf einer Tagung des Instituts für Arbeitswissenschaft (IAW) an der RWTH Aachen zum Thema „Personal und Organisation im demographischen Wandel”.

Wissenschaftlern fordern schon heute konkrete Maßnahmen zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit im Alter: Dazu gehört die Gesundheitsförderung und Weiterbildung. Der Arbeitnehmer müsse einen Teil seiner Freizeit opfern, um sich weiterzubilden. Die Wirtschaft reagiert auf die Anforderungen bislang zurückhaltend, meint Christopher Schlick: „80 Prozent der Unternehmen machen gar nichts, noch nicht einmal Altersteilzeit.”