1. Kultur

Als die Katz des Teufels war

Als die Katz des Teufels war

Aachen (an-o/abt) - Der Hund ist schon ewig Freund des Menschen. Katzen mussten lange gegen Vorurteile kämpfen.

Der Weg vom Wolf zum Schoßhund ist lang und soll mit einem Welpen begonnen haben, dem eine Steinzeitfrau die Brust reichte. So jedenfalls stellen Anthropologen sich den Beginn dieser wunderbaren Freundschaft vor. An die 15.000 Jahre muss es her sein, dass der Wolf an den Menschen gewöhnt wurde. Dann, zunehmend domestiziert, wesentlich als Wach- und Hütetier zur Verwandlung der Jäger und Sammler zu sesshaften Bauern und Hirten beitrug.

Über Jahrtausende wurden dem "Schäferhund" die meisten Anteile seiner Wildheit ausgetrieben, seine körperlichen Formen angepasst und auch seine Hirnleistungen verringert. Die ersten gezielten Züchtungen schreibt man den Ägyptern zu, die vor rund 4000 Jahren sowohl den Windhund wie den Mastiff, einen Ur-Kampfhund, als Wachhund, kreierten. Kurzbeinige kleine Hunde finden sich aber auch schon auf altägyptischen Darstellungen und lassen auf die ersten Schoßhunde schließen, die dann vor 2000 Jahren in Rom im mutmaßlich ältesten reinrassigen Hund, dem Pekinesen, gipfelten. Der Hund war nun ganz beim Menschen angekommen und als "canis familiaris" wegen seiner wesentlichen Eigenschaften Anhänglichkeit, Treue, Gehorsam und Wachsamkeit als Helfer des Menschen unverzichtbar geworden und entsprechend positiv beschrieben.

Während der Hund allein in der Bibel an einigen Stellen tiefe Verachtung erfuhr, hatte die Katze im europäischen Mittelalter mit übler Dämonisierung als "Geschöpf des Satans" zu kämpfen. Sie wird mit dem Teufel gleichgesetzt, als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt und als Symbol von Wollust und Unkeuschheit diffamiert. Für die alten Ägypter hingegen war die Katze ein Objekt höchster Verehrung. Der Katzengöttin Bastet wurden Tempel errichtet, tote Tiere wurden betrauert, einbalsamiert und in Sarkophargen bestattet.

Europa wurde erst zur Zeit der Renaissance katzenfreundlicher, als man ihre Qualitäten als Mäusefresser und der Adel sie als Schmusetiere entdeckte. Derselbe hielt sich auch als Liebhaberei die im 17. Jahrhundert aus dem Orient auftauchenden langhaarigen (Angora-)Katzen. Zu richtigen "nutzlosen" und auch planmäßig gezüchteten Haus- und Ziertieren zog man sie aber erst im 19. Jahrhundert heran.