1. Kultur

Frankfurt/Main: Ali schlägt bei der Buchmesse zu

Frankfurt/Main : Ali schlägt bei der Buchmesse zu

Erst deutete er immer wieder seinen rechten Haken an, dann präsentierte er stolz die eigene Biografie: Mit „GOAT - Greatest of all time” hat Muhammad Ali nun auch auf dem Buchmarkt zugeschlagen und sich eindrucksvoll verewigt.

Rund 500 Journalisten und ebenso viele Besucher verfolgten am Donnerstag auf der Buchmesse in Frankfurt/Main die weltweit erste Vorstellung des neuen Werks und bedachten den ehemaligen Weltmeister aller Klassen bei seinem fast einstündigen Auftritt mit Standing Ovations.

„Es gibt viele Leute, die nach ihrem Tod zu Legenden wurden. Ali ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Ich war skeptisch, ob sein ganzes großartiges Leben in ein Buch gepresst werden kann.

Aber das Ergebnis ist beeindruckend”, erklärte Alis langjähriger Trainer Angelo Dundee und ließ sich von seinem früheren Schützling liebevoll über die Glatze streicheln. „Ali ist ein Mythos und ein Heiliger. Ich hoffe, dass wir ihm gerecht geworden sind”, meinte Herausgeber Benedikt Taschen.

Wie das Leben von Ali bietet auch das Buch eine Ansammlung von Superlativen. Mit einem Gewicht von 29 Kilogramm, einem Umfang von 800 Seiten, einem Preis von 3000 Euro und Produktionskosten in Höhe von 10 Millionen Euro gilt „Goat” als das größte und teuerste Sportbuch der Welt.

„Ich denke, Goat ist das detaillierteste Buch, das jemals über einen Sportler erschienen ist”, sagte Co-Autor Ben Wett.

2004 soll die Biografie auch in deutscher Sprache erscheinen. Fast exakt 27 Jahre nach seinem Triumph über Karl Mildenberger in Frankfurt kehrte der am Parkinson-Syndrom leidende Ali auf der Buchmesse in den eigens aufgebauten Boxring zurück, um das Werk vorzustellen.

Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Lonnie. „Wir sind sehr froh, hier zu sein”, versicherte die Gattin: „Mein Mann ist im privaten Leben genauso wie er in der Öffentlichkeit wirkt. Er ist ein wunderbarer Mann und das Leben mit ihm wird nie langweilig.”

„Goat” bietet einen umfassenden Rückblick auf Alis imposante Boxkarriere - vom Olympiasieg 1960 in Rom über seinen ersten WM-Titel im Februar 1964 gegen Sonny Liston, sein legendäres Comeback bei der „Schlacht im Dschungel” („Rumble in the Jungle”) in Kinshasa gegen George Foreman sowie den „Thriller von Manila” gegen Joe Frazier bis zum letzten Kampf 1981 gegen Trevor Berbick.

Aber auch Alis Stationen abseits des Boxrings werden beleuchtet: sein Übertritt zum Islam, als er seinen ursprünglichen Namen Cassius Clay ablegte, oder seine Weigerung, in den Vietnam-Krieg zu ziehen, was ihn WM-Titel und Boxlizenz kostete.

Neben Altbekanntem zeigt das Buch aber auch überraschend neue Ansichten, so zum Beispiel Alis Trainingsmethoden unter Wasser, mit denen er seinen Gleichgewichtssinn schulte.

18 Co-Autoren haben sechs Jahre lang an dem Buch gearbeitet. Neben Beiträgen von George Foreman, Joe Frazier, Max Schmeling oder auch Nelson Mandela illustrieren 3000 Fotos das bewegte Leben.