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Aachen: Alemannia-Gesprächsrunde: Holtby bringt echtes Talk-Vergnügen

Aachen : Alemannia-Gesprächsrunde: Holtby bringt echtes Talk-Vergnügen

Neues Spiel, neues Glück für die „Nachrichten”-Gesprächsrunde „Time2Talk”: Im Saalbau Rothe Erde, dem neuen „Austragungsort”, warteten am Mittwochabend mehr als 300 Alemannia-Fans auf eine weitere Ausgabe der Talkshow rund um das schwarzgelbe Fußballgeschehen.

Die „Kappertz-Hölle” war supervoll und machte ihrem Namen alle Ehre. Achim Kaiser und Bernd Büttgens, beide Redakteure unserer Zeitung, freuten sich als Moderatoren natürlich auf Coach Jürgen Seeberger und Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Doch die richtige Würze und den nötigen Pfeffer brachten die jungen, neu zur Alemannia gestoßenen Akteure mit. Timo Achenbach und natürlich der inzwischen gefeierte Shootingstar Lewis Holtby.

Seit seinem genialen Auftritt am heimischen Tivoli beim Mainz-Spiel braucht sich der Flügelflitzer um Publicity nicht zu sorgen. Der „kleine Lewis”, übrigens Deutsch-Engländer mit deutschem Pass, erzählte frank und frei, wie er bei seinem Ex-Verein, den Gladbachern, in die Situation gekommen war, als „zu klein und zu langsam” zu gelten. Traurig war er, als er nicht mehr eingesetzt wurde, bestätigte er am Mittwoch.

Schön danach die Publikumsreaktion: Als Achim Kaiser das schilderte, ging ein empörtes Raunen durch den Saal nach dem Motto, „siehst du, wie blind die bei der Borussia doch sind”. Büttgens fragte prompt Trainer Seeberger, ob er nicht Angst habe wegen lauernder Abwerber bei den jetzt bereits internationalen Auftritten des Supertalents. Büttgens: „Unter den Zuschauern sitzen doch regelmäßig mindestens 300 Scouts!” Doch Kraemer wie Seeberger winkten ab und gaben zu verstehen, dass es gerade die Alemannia ausmache, junge Talente weiterzuentwickeln.

Die Tabellensituation brachte Mannschaftskollege Timo Achenbach, der bekanntlich von Fürth zum Tivoli kam, energisch auf den Punkt: „Jetzt stehen wir noch hinter Fürth. Am 34. Spieltag aber werden wir sicher vor Fürth stehen.”

Dafür bekam er einen ganz dicken Applaus. Achenbach machte sofort klar, dass er nach Aachen gekommen sei, um baldigst Erstligaluft schnuppern zu können. Auch Coach Seeberger machte nicht den Eindruck, das Saisonziel „Aufstieg” bereits abgeschrieben zu haben: „Die Liga ist gegenüber dem vergangenen Jahr nicht stärker geworden. Es kann also reichen, wenn bei uns alles richtig zusammenpasst.”

„Fehlt der Mannschaft nicht die Konstanz?”, fragte Moderator Achim Kaiser. Darauf konterte der Übungsleiter mit einem listigen Wortspiel: „Kann nicht sein, ich komme doch aus Konstanz!” So habe man deutlich aus der Niederlage gegen Ahlen gelernt und sei am Freitag gegen Konstanz (siehe Seite Sport) gewarnt. Zur Sache „Schmadtke” gab es nicht mehr viel zu sagen, Frithjof Kraemer: „Wir suchen ohne Hektik den neuen Sportdirektor.”