Brüssel/Hasselt: Albert II. zahlt für seinen Sohn Laurent

Brüssel/Hasselt: Albert II. zahlt für seinen Sohn Laurent

Der belgische König Albert II. hat aus seiner persönlichen Schatulle 185.000 Euro an die Marine gezahlt. Genau die Summe, die seinem Sohn Prinz Laurent aus einem Betrugsskandal zu Gute gekommen war, hauptsächlich für die Renovierung der Villa Tervuren bei Brüssel. Mit der Zahlung wollte der König eine „ungerechte Bereicherung” seines Sohnes aus der Welt schaffen.

Dass der Regent für seinen Filius einspringen musste, wird kaum einen Belgier verwundert haben. Denn Laurent, der ein Faible für Luxushobbys fast jeder Art hat, steckt immer in Finanznöten und wollte sogar mit Exclusivbildern von der Geburt seines jüngsten Kindes Kasse machen.

Der Prinz brauchte im vergangenen Jahr nur als Zeuge im Betrugsprozess aufzutreten. Auf der Anklagebank in Hasselt saßen sein Ex-Adjutant und mehrere Unternehmer aus Belgisch-Limburg, die mit gefälschten Rechnungen die Marinekasse um insgesamt 2,2 Millionen Euro erleichtert hatten.

Davon flossen 150.000 Euro in die Villa Tervuren, die allerdings einer Königlichen Stiftung gehört, die sie wiederum dem Königssohn zur Verfügung gestellt hat. So bräuchte Laurent streng juristisch gesehen das Geld nicht zurückzuzahlen, sein Vater aber hielt es für eine moralische Pflicht, weil der Prinz sehr wohl gewusst habe, wo das Geld herkomme. Das belgische Verteidigungsministerium ließ wissen, dass es die zurückerstattete Summe für Soldaten verwenden werde, die im Dienst verletzt wurden.

Mehr von Aachener Zeitung