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Simpelveld: Ab jetzt darf der Zug nach Heerlen dampfen

Simpelveld : Ab jetzt darf der Zug nach Heerlen dampfen

16 Jahre dauerte der Kampf zwischen David und Goliath: Will heißen, die kleine südlimburgische Dampfeisenbahn (ZLSM) mit fast nur ehrenamtlichen Mitarbeitern rang mit der großen niederländischen Bahngesellschaft (NS) um die Erlaubnis, mit ihren historischen Zügen auf der Strecke Kerkrade - Heerlen fahren zu dürfen.

Sie eignet sich wunderbar als Ergänzung des restlichen ZLSM-Schienennetzes bis Schin op Geul bei Valkenburg. Jetzt ist es geschafft. Vorsitzender Emile Malherbe ist froh, dass alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind: „Wir sind die erste Museumsbahn, die ein öffentliches Netz mitbenutzen darf.”

Zur Premierenfahrt am Samstag sind Prominente geladen, in den Bahnhöfen Landgraaf (13.45 Uhr) und Heerlen (14.05 Uhr) gibtÔs feierliche Empfänge. Ab morgen dürfen dann die Touristen für fünf Euro zusteigen.

Langes Gezerre

Die wissen nichts von dem langen Gezerre um die Erlaubnis. Dreimal musste der Fahrplan geändert werden, die Schaffner hatten sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die Lokführer sollten eine Ausbildung machen, die auch zum Führen eines TGV berechtigt. Aber auch da wurde schließlich ein Kompromiss gefunden.

Nun schaut der ZLSM-Vorsitzende optimistisch in die Zukunft: „Durch die Erweiterung werden viele neue Projekte möglich. Zum Beispiel Arrangements und Kombitickets mit dem Industrion-Museum, der Snow World und dem Themenpark Mondo Verde.” Dadurch soll die Zahl der Fahrgäste steigen, bisher sind es 130.000 pro Jahr. Ebenso wichtig: Jetzt fließen auch die schon lange zugesagten Subventionen in Höhe von 580.000 Euro. Zur Verbesserung der Infrastruktur steuert die Museumsbahn 360.000 Euro bei.

Freie Fahrt also an jedem Sonntag, in der Hochsaison auch samstags. Infos unter: 0031/45/5440018.