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Aachen: Aachens Theaterchef soll bleiben

Aachen : Aachens Theaterchef soll bleiben

Die Stadt Aachen setzt in ihrem Theater auf Konstanz: Der Vertrag von Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck, seit 2005 für Aachens wichtigste Spielstätte verantwortlich, ist überraschend um weitere drei Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2023 verlängert worden. Dies wird heute dem Rat der Stadt mitgeteilt.

Die Personalie dürfte im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ohne größere Diskussionen über die Bühne gehen, da Schmitz-Aufterbeck auch in schwierigen Zeiten als Erfolgsgarant gilt. „Er macht im Zusammenspiel mit den Dramaturgen und dem Orchester ein sehr anerkanntes Programm“, lobt Aachens Kulturdezernentin Susanne Schwier. Sie traut ihm auch zu, „mit frischen Ideen“ die neuen finanziellen Herausforderungen meistern zu können.

Unter anderem erwartet die Aachener Kämmerin in den nächsten Jahren vom Theater Aachen eine deutliche Einnahmensteigerung. Mindestens 16 Prozent seines Finanzbedarfs soll der Musentempel künftig selbst erwirtschaften, lautet die Vorgabe.

Wenn das jemand umsetzen könne, dann Schmitz-Aufterbeck, sind nicht zuletzt auch Aachens Kulturpolitiker überzeugt. Er arbeite solide und sorge für Stabilität, heißt es in Reihen der schwarz-roten Ratsmehrheit.

Und doch gibt es in allen Aachener Ratsfraktionen deutlichen Unmut über das Zustandekommen der bereits vollzogenen neuerlichen Vertragsverlängerung. Sie fühlen sich in dieser wichtigen Personalie übergangen und nun vor vollendete Tatsachen gestellt. Denn eigentlich hätte bis Ende Januar dieses Jahres über eine Verlängerung oder Nichtverlängerung über den 31. Juli 2020 hinaus beraten und entschieden werden müssen. Weil aber sowohl die Verwaltung als auch Schmitz-Aufterbeck die Frist verstreichen ließen und sich nicht geäußert haben, läuft der Vertrag nun weiter bis zum 31. Juli 2023. Schmitz-Aufterbeck wird dann 68 Jahre alt sein. Der Kontrakt des Theaterchefs, der seit 2009 Sprecher der Ständigen Konferenz der Intendanten in NRW ist, wird damit bereits zum dritten Mal verlängert.

Die Kulturdezernentin habe die Politik nicht rechtzeitig einbezogen und eigenmächtig gehandelt, werfen CDU, SPD, Grüne und Linke Susanne Schwier vor. Sie gibt ihrerseits zu, dass man die Kommunikation „für nicht ganz optimal halten kann“. In Personalfragen entscheide sie sich jedoch oft dafür, „es möglichst schlank zu halten“. Außerdem sei vielen Politikern das Zeitfenster auch bekannt gewesen, verteidigt sie sich.

Schmitz-Aufterbeck wollte sich vor der heutigen Ratssitzung noch nicht zu seiner Vertragsverlängerung äußern.