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Aachen: Aachener wegen versuchten Totschlags angeklagt

Aachen : Aachener wegen versuchten Totschlags angeklagt

Weil ein mehrfach einschlägig vorbestrafter 24 Jahre alter Aachener nach einer durchzechten Nacht mit einem Messer auf einen Freund einstach, muss er sich jetzt wegen versuchten Totschlags vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen verantworten.

Hier gab er gestern reuevoll zu, in der Wohnung des späteren Opfers ein auf dem Tisch liegendes Messer genommen, es dem 28-Jährigen in die linke Seite gerammt und ihn damit anschließend auch noch an der Stirn verletzt zu haben. In einer verlesenen Erklärung hieß es, ein alter Streit sei plötzlich neu aufgeflammt. Die Sache sei in Kürze so eskaliert, dass es bald eine handfeste Auseinandersetzung gegeben habe.

Um sich einen Vorteil gegenüber dem kräftemäßig überlegenen Freund zu verschaffen, habe der Angeklagte zu der Waffe gegriffen. Er habe den Freund allerdings nur verletzen wollen. Mehr nicht. „Es tut mir so leid”, waren jetzt seine Worte.

Das Opfer erinnerte sich im Zeugenstand daran, dass der Angreifer ihn unmittelbar vor dem Geschehen theatralisch aufgefordert habe „nach oben” zu gucken und zu „sterben wie ein Mann”. Als das Blut dann aber fast in Rinnsalen floss, habe sogar der Angeklagte überaus perplex gewirkt. Einer von zwei weiteren Anwesenden hatte den Verletzten anschließend aufgefordert, sich selbst einen Rettungswagen zu rufen.

Der 28-Jährige wurde im Krankenhaus genäht und musste drei Tage bleiben. Noch heute habe er Probleme, sich länger als zehn Minuten in seiner Wohnung aufzuhalten, erklärte er. In einem Zivilverfahren macht er ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro geltend. Mit Blick auf den Angeklagten und mit den Tränen kämpfend, sagte er vor Gericht: „Wenn ich in den Spiegel guck´, kriege ich einen Hass auf Dich”.