Aachen: Aachener Musikschule spielt vor vollem Haus

Aachen: Aachener Musikschule spielt vor vollem Haus

Das alljährliche Chor- und Orchesterkonzert der Aachener Musikhochschule in St. Pius X Würselen und St. Johann in Aachen-Burtscheid gehört mittlerweile zu den liebgewonnenen Traditionen des hiesigen Musiklebens.

In der überfüllten Aachener Kirche teilten sich wiederum Hochschuldekan Herbert Görtz und Hermann Godland, Leiter des Chors der Aachener Musikschule „Ars Cantandi“, den langen, anspruchsvollen Abend. Während Görtz das Orchester betreut, widmet sich Godland der Einstudierung der beiden Chöre. In dessen Hand lag auch die Leitung des diesjährigen Kernstücks, Mozarts fragmentarisch hinterlassener Messe in c-Moll KV 427, einem gewaltigen Glaubensbekenntnis, das an Tiefe und Reife dem „Requiem“ in nichts nachsteht.

Allerdings auch nicht, was die Ansprüche an die Interpreten angeht. Godland konzentrierte sich auf die von Mozart vollständig hinterlassenen Teile der Messe und griff nur für das Agnus Dei und Ergänzungen im Sanctus auf die übliche, nicht unumstrittene „Einrichtung“ von Robert Levin zurück.

Dabei machte er es sich und vor allem dem Chor nicht leicht, wenn er teils überdreht schnelle Tempi anschlug, die in der halligen Kirchenakustik zu einem verwaschenen Klangbild führten, den Chor an seine Grenzen drängten und der spirituellen Kraft der Musik insgesamt nicht gut taten. Dass die Chöre nicht aus der Spur gerieten, war der sorgfältigen Einstudierung Godlands zu verdanken. Das galt auch für das von Herbert Görtz präparierte Hochschulorchester.

Besondere Ansprüche stellt Mozart an die beiden Sopranistinnen mit zwei Bravour-Arien der Extraklasse. Dass Suzanne Jérosme und Julie Vercauteren den Anforderungen vorzüglich gerecht wurden, zeugt von Fleiß und Talent, aber auch von der Qualität der Arbeit ihrer Dozentin Claudia Kunz-Eisenlohr. Die bescheideneren solistischen Aufgaben der männlichen Partien waren bei Henning Jendritza (Tenor) und Jan Schulenburg (Bariton) verlässlich aufgehoben.

Mit einer erfreulich ausgefeilten und sauber phrasierten Ouvertüre zu Schuberts Melodram „Die Zauberharfe“ startete der Abend. Sowohl im Gesamtklang als auch in den Solo-Stellen folgten die Musiker des Hochschulorchesters ihrem langjährigen Leiter einvernehmlich. Und solistischen Glanz brachte danach der brasilianische Trompeter Pedro Henrique Souza Rosa aus der Klasse von Anna Freeman mit einem Klassiker seines Repertoires, einer blitzsauber geblasenen Interpretation von Haydns Trompetenkonzert. Das passte zwar nicht so recht zum restlichen Programm, gab aber Gelegenheit, sich vor der großen Mozart-Messe noch ein wenig zu entspannen.

Erneut hörenswerte Talentproben des musikalischen Nachwuchses, die auf begeisterte Zustimmung stießen.

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