Sammlung von Irene und Peter Ludwig: Aachener Ludwig Forum zum Museum des Jahres gekürt

Sammlung von Irene und Peter Ludwig: Aachener Ludwig Forum zum Museum des Jahres gekürt

Große Ehre für das Aachener Ludwig Forum: Andreas Beitin, Direktor des Kunsthauses, freut sich über Auszeichnungen für Museum und Ausstellung des Jahres.

Erwartungsgemäß reagiert der Leiter des Aachener Ludwig Forums auf die frohe Kunde. „Ich bin ganz begeistert und geflasht über die beiden Auszeichnungen“, sagt Andreas Beitin. Die Nachricht, dass sein Haus von der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbands AICA zum Museum des Jahres 2018 und die dort präsentierte Schau „Flashes of the Future“ als Ausstellung des Jahres gewählt worden ist, hat Beitin in Indien überrascht. Am Rande einer Konferenz des Goethe-Instituts in Delhi erfuhr er – übrigens erst von unserer Redaktion – vom doppelten Titelgewinn daheim. „Das ist schon eine Ehre, von einem so renommierten Verband ausgezeichnet zu werden“, findet Beitin.

Verdient hat sie sich das Ludwig Forum nach Meinung der AICA-Juroren vor allem durch gut präsentierte und recherchierte thematische Sonderausstellungen. Sie würden die künstlerischen Strömungen der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit in neuem Licht zeigen, heißt es in der Begründung für die Wahl zum Museum des Jahres. Beitin versteht das als eine „Auszeichnung für das ganze Team“.

Den zweiten Titel kann er dagegen durchaus persönlich nehmen. Die von den Kunstkritikern zur Ausstellung des Jahres erkorene Schau „Flashes of the Future – Die Kunst der 68er oder Die Macht der Ohnmächtigen“ hatte Beitin gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Eckhart Gillen erarbeitet. Über zwei Jahre Arbeit steckten in der Schau, die von April bis August in Aachen zu sehen war, berichtet Beitin. Vor allem die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas lag ihm am Herzen, weshalb auch großer Wert auf die Publikationen gelegt wurde. „Die Bücher sind ja das, was bleibt“, sagt der Ausstellungsmacher, deshalb müssten sie mehr sein als „bunte Bilderbücher“. Sein Haus habe sich „als einziges Kunstmuseum“ in dieser Weise den 68ern genähert. Vorurteilsfrei sollte es sein. „Es war uns wichtig, das Thema neutral und aus der Distanz heraus zu analysieren“, sagt Beitin. Personell war das Duo dafür schon mal gut aufgestellt: Beitin selbst ist 68er nur im Sinne seines Geburtsjahrgangs, sein Mitstreiter Eckhart Gillen hat die Zeiten als Erwachsener miterlebt.

Herausgekommen ist dabei eine Ausstellung, der AICA-Jury attestiert, sie habe in über 200 Werken ein umfassendes Panorama der Kunst um 1968 in all ihren Stilrichtungen entfaltet.

Nun hofft der Museumsleiter natürlich, dass das Lob der Kunstkritiker seinem Haus ordentlich Schub verleiht. Das Ludwig Forum für zeitgenössische Kunst mit umfangreichen Beständen aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig ist bislang eher nicht als Publikumsmagnet aufgefallen, immer wieder hatten die Besucherzahlen Diskussionsstoff für Aachens Kulturpolitiker geboten.

Museumsleiter Beitin kennt das, weiß aber auch von Zuspruch zu berichten: „Ich werde oft angesprochen und bekomme positives Feedback.“ Und inzwischen sprechen die Zahlen ja auch ein bisschen für ihn: Seit er vor zwei Jahren seinen Job als Nachfolger von Brigitte Franzen angetreten hat, geht es aufwärts. „Die Besucherzahlen sind deutlich nach oben gegangen“, sagt Beitin, im Jahr 2017 um 25 Prozent.“ Das Niveau bleibt überschaubar: Knapp über 17.000 Besucher wurden im ersten Halbjahr 2017 gezählt.

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