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Aachen: Aachener Karlsmedaille 2007 geht an die Berliner Philharmoniker

Aachen : Aachener Karlsmedaille 2007 geht an die Berliner Philharmoniker

Der Medienpreis ?Médaille Charlemagne pour les Médias Européens?, die so genannte Karlsmedaille, geht in diesem Jahr an die Stiftung Berliner Philharmoniker unter Leitung von Sir Simon Rattle. Dies gab Frauke Gerlach, Vorsitzende des Vereins ?Médaille Charlemagne pour les Médias Européens?, am Donnerstag in Aachen bekannt.

Sie begründete die Entscheidung der Jury damit, dass sich jeder einzelne Musiker der Philharmoniker in vorbildlicher Weise engagiere und in europäischen Metropolen wie Berlin, London und Paris mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten zusammenarbeite.

?Diese weltbesten Musiker führen uns vor Augen, dass Europa machbar ist, wenn man persönlich bereit ist, weder die soziale Herkunft noch die Nationalität eines Menschen als Barriere zu akzeptieren?, sagte Gerlach.

Frühere Preisträger der im Jahre 2000 erstmals gestifteten Karlsmedaille waren der britische Verleger Lord George Weidenfeld, der niederländische Autor Cees Nooteboom, der Filmproduzent Jan Mojto, der französische Regisseur und Oscar-Preisträger Jean-Jacques Annaud, der Intendant des Westdeutschen Rundfunks Fritz Pleitgen sowie im vorigen Jahr die polnische Schauspielerin Krystyna Janda.

Gestiftet wird der Preis vom Verein ?Médaille Charlemagne pour les Médias Européens?. Ihm gehören unter anderen die Landesanstalt für Medien NRW (LfM), die Stadt Aachen, die Filmstiftung NRW, sowie das Europäische Medieninstitut an.

Die Karlsmedaille soll am 4. Mai im Krönungssaal des historischen Rathauses zu Aachen übergeben werden. Sie wird alljährlich im Umfeld des Karlspreises an eine verdiente europäische Medienpersönlichkeit oder Institution verliehen.

Die Berliner Philharmoniker gelten als eines der wichtigsten Orchester weltweit. Seit 2002 ist Sir Simon Rattle Chefdirigent des 125 Jahre alten Klangkörpers. Rattles Konzerte in dem von Hans Scharoun entworfenen Bau am Potsdamer Platz sind immer ausverkauft. Die Auftritte des 52 Jahre alten Briten gehören zu den Höhepunkten im Kulturleben der deutschen Hauptstadt.

Unter Rattle leistete das Orchester 2003 zusammen mit dem britischen Tanzpädagogen Royston Maldoom Pionierarbeit, als es mit Jugendlichen aus Problemschulen Igor Stravinskys Ballett „Le sacre du printemps” einstudierte. Proben und Finale zeigt der Film „Rhythm Is It!”. Als zukunftsweisendes Projekt gründete Rattle das so genannte Education Project „Zukunft@BPhil”, mit dem Schüler in Workshops und Aufführungen die Welt der Klassik kennenlernen sollen.

Mit Rattles Engagement wurde das Orchester von einer Dienststelle des Landes Berlin in die öffentlich-rechtliche „Stiftung Berliner Philharmoniker” umgewandelt. Hauptsponsor ist die Deutsche Bank. Der Klangkörper hat 129 Planstellen und wird mit rund 15 Millionen Euro im Jahr subventioniert.

Das Vorgänger-Orchester der Philharmoniker wurde 1882 gegründet, von 1887 an trug es den Namen „Berliner Philharmonisches Orchester”. Als erster Dirigent legte Hans von Bülow in den folgenden fünf Jahren die Grundlagen für die außergewöhnliche Spielkultur, die man fortan mit dem Namen des Orchesters verband. Im folgenden Jahrhundert standen große Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Sergiu Celibidache, Herbert von Karajan und Claudio Abbado für die Weiterführung des herausragenden internationalen Rufes.