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Aachen: Aachener Forscher untersuchen: Wie überleben Menschen einen Blitzschlag?

Aachen : Aachener Forscher untersuchen: Wie überleben Menschen einen Blitzschlag?

Gewitterblitze entladen sich mit brachialer Urgewalt. Sie können Bäume spalten und Häuser in Brand setzen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass getroffene Menschen den gewaltigen Stromstoß überleben.

„In diesem Fall hat wahrscheinlich nur ein Teil des Blitzes den Körper berührt”, sagt Bernhard Heil vom Institut für Hochspannungstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Blitze entladen sich in der Regel nämlich nicht in einem Stück, sondern in einer Reihe von Impulsen. „Manchmal trifft nur der erste Teil der Entladung den Menschen. Der Rest springt auf einen benachbarten Gegenstand über und entlädt sich dort”, erklärt der Elektroingenieur.

Dies kann ein Baum, ein Brückengeländer oder ein Fahnenmast sein. Dann ist die Wahrscheinlichkeit zumindest höher, dass der Blitz den Körper sehr schnell wieder verlässt und man den Stromschlag überlebt.

Bei einer Stromstärke von mehreren tausend Ampere reicht im Prinzip zwar auch der Bruchteil einer Sekunde aus, um das Herz eines Menschen lahmzulegen. ”Die Frequenz ist bei einem Blitzschlag mit einigen hundert Kilohertz jedoch so hoch, dass der Stromfluss an die Außenfläche des Leiters - das ist in diesem Fall der menschliche Körper - gedrängt wird„, erklärt Heil.

Beim Menschen führt dieser so genannte Skin-Effekt dazu, dass sich der Blitz zu einem großen Teil über die Haut entlädt. ”Dies erklärt auch, warum Menschen, die einen Blitzschlag überleben, häufig schwere Verbrennungen davontragen”, sagt der Elektroingenieur. Kritisch werde es, wenn mehrere Teilimpulse des Blitzes den Menschen treffen. Dann dauert die Stromeinwirkung länger und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Stromanteil des Blitzes, der durch den Herzmuskel fließt, zu groß und damit tödlich wird.