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Aachen: Wohin mit den Studenten?

Aachen: Wohin mit den Studenten?

Aachen (an-o) - Zu Beginn des Wintersemesters wird es eng auf dem Aachener Wohnungsmarkt. Fast 8000 neue Studenten verzeichnen RWTH und FH. Preiswerter Wohnraum ist absolute Mangelware.

Vor den schwarzen Brettern der Hochschule herrscht dieser Tage ein stetes Gedränge. Wer jetzt noch kein Dach über dem Kopf hat, findet nur mit großer Mühe eine Unterkunft. Denn der Aachener Wohnungsmarkt scheint leer gefegt: "Es gibt praktisch kaum noch freien, bezahlbaren Wohnraum für Studenten", erklärt Werner Stark, Geschäftsführer des Aachener Studentenwerks. Glücklich all jene, die eines von 4362 Betten in Aachener Studentenheimen ergattert haben: "Derzeit stehen bei uns 1200 Personen auf der Warteliste. Angesichts der steigenden Studierendenzahlen ist die Situation extrem angespannt", so Stark.

Besonders hart treffe es ausländische Studierende, meint AStA-Sozialreferent Florian Koch. Während sich einheimische Erstsemester notfalls im "Hotel Mama" einquartieren könnten, hätten die Neuankömmlinge keine Wahl. "Schon jetzt vergeben wir jeden zweiten Wohnheimsplatz an ausländische Studierende, doch unsere Kapazitäten sind erschöpft", sagt Stark.

Sein Rat: "In den Randlagen suchen, hier gibt es noch eher billige Wohnungen." Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, sieht Bund und Länder in der Pflicht: "Wir brauchen in Deutschland mindestens 21.000 neue Wohnheimsplätze, um eine dauerhafte Verbesserung zu erreichen." Der Staat müsse zudem den sozialen Wohnungsbau wieder stärker fördern.

"Alleine in Aachen fallen in den kommenden Jahren mehr als 8000 Sozialwohnungen aus der Mietbindung", klagt Hans Schleicher, Geschäftsführer der Aachener Mieterselbsthilfe. Preiswerte Wohnungen würden deshalb immer rarer: "Der Staat hat die Mittel für den sozialen Wohnungsbau extrem heruntergefahren." Einige Vermieter nutzten die verzweifelte Lage der Wohnungssuchenden aus, indem vielfach überhöhte Mieten verlangt würden.

Mietberatung

Ob die Miete angemessen ist, verrät ein Blick in den Mietspiegel. In Aachen reicht die Spanne von vier bis acht Euro pro Quadratmeter. Je besser Lage und Ausstattung der Wohnung, umso höher der Preis. Aufschläge von bis zu 20 Prozent sind möglich. Im Zweifelsfall hilft die Wohn- und Rechtsberatung des AStA. Vorsicht ist bei den Nebenkosten angebracht: "Hier werden die realen Kosten oftmals vertuscht", warnt Hans Schleicher.