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Aachen: Aachen bläst Kooperation mit Puschkin-Museum ab

Aachen : Aachen bläst Kooperation mit Puschkin-Museum ab

Es hätte so schön werden können: Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum und das Amsterdamer Rembrandthuis planten seit zwei Jahren eine gemeinsame Ausstellung der schönsten holländischen Zeichnungen aus der Sammlung des Moskauer Puschkin-Museums.

Jetzt ist das Projekt gescheitert an den finanziellen Vorstellungen der russischen Partnerseite. Aachens Museumsdirektor Peter van den Brink: „Wir mussten die ganze Geschichte abblasen. Die Kosten, die auf uns zugekommen wären, sind zuletzt unüberschaubar gewesen.”

90 Zeichnungen sollten von Juli bis Oktober in Aachen gezeigt werden. Die Idee stammt von einer Amsterdamer Stiftung, die niederländische Kunst im Ausland inventarisiert. Geplant war, einen englischsprachigen Katalog der holländischen Zeichnungen im Puschkin-Museum zu publizieren.

Ein seltsamer Vertrag

Rembrandthuis und Suermondt-Ludwig-Museum einigten sich mit der Stiftung darauf, jeweils 35.000 Euro der Herstellungskosten zu übernehmen. 1000 Exemplare sollte das Moskauer Museum bekommen, das im Gegenzug bis auf Transport, Versicherung und Kurier die Restkosten der Ausstellungen in Aachen und Amsterdam zu übernehmen hatte. Das lehnte die russische Seite aber ab und schickte auf den letzten Drücker einen seltsamen Vertrag, in dem Stockholm als Vertragspartner vorkam, nicht Aachen. So blieben unter anderem auch unkalkulierbare Posten wie die fälligen Zollgebühren offen, für die es nach Erfahrung van den Brinks bei Leihgaben aus Russland ohnehin fast nie „offizielle Rechnungen” gibt. Einverstanden war die Direktorin des Puschkin-Museums, Irina Antonowa, auch nicht mit dem Titel, den van den Brink für seine Ausstellung gewählt hatte, um ihr einen attraktiven Anstrich zu geben: „From Moscow, with Love” - nach dem James-Bond-Film „From Russia, with Love” („Liebesgrüße aus Moskau”).

Etwas sehr Positives aus Moskau

Van den Brink: „Frau Antonowa stammt noch aus dem Kalten Krieg.” Sie ist 87 Jahre alt und mag offensichtlich keine James-Bond-Filme. Dabei wollte der Aachener Museumsdirektor mit seinem Wortspiel lediglich betonen, dass etwas sehr Positives aus Moskau zu erwarten sei. Das hat die alte Dame möglicherweise falsch verstanden.

Van den Brink zog die Notbremse und bleibt nun lieber auf 10.000 Euro, die für die Vorbereitungsarbeiten der Ausstellung draufgegangen sind, sitzen, als der Stadt Aachen ein unkalkulierbares finanzielles Risiko zu bescheren. Das Rembrandthuis hat sich genauso entschieden.