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Düsseldorf: 2006: Zufriedene Bilanz der Filmstiftung NRW

Düsseldorf : 2006: Zufriedene Bilanz der Filmstiftung NRW

Auch für NRW-Filme wird 2006 ein erfolgreiches Jahr: Rund 10,5 Millionen verkaufte Kinokarten für Filme, an denen die Filmstiftung beteiligt war, konnte Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach bei seiner Jahresbilanz freudig vermelden. Publikumslieblinge wie „Das Parfum”, „Die wilden Hühner” oder „Sommer vorm Balkon” entstanden mit NRW-Geldern und -Knowhow.

Und für jeden Euro, den eine Produktion hier erhielt, musste sie mindestens 1,50 vor Ort ausgeben. Dieser „NRW-Effekt” erreichte 2006 einen Spitzenwert von 171 Prozent, für 29 Millionen Förderung wurden also 49,3 Millionen ausgegeben.

Ein Gesamtproduktionsvolumen von 168 Millionen wurde bei 127 Kino- und Fernsehproduktionen angestoßen. Die Filmförderung kann sich nicht nur zugute halten, diese Filme mit auf den Weg gebracht zu haben. Auch durch die Förderung von Kinomodernisierungen wächst die Freude am Kinofilm. So wurden im September 32.000 Euro für die Modernisierung des Apollo Aachen genehmigt. Trotzdem musste die Förderung mit einer Kürzung von 2,5 Millionen Euro an Landesmitteln der neuen CDU-Regierung fertig werden. Und dies steht auch für 2007 an. Erst danach gäbe es laut Schmid-Ospach Hoffnung, dass die politisch Verantwortlichen umlenken. Ansonsten sei die Statik der NRW-Förderung bedroht, die zu gleichen Teilen auf Landes- und Fernsehmittel beruht.

Aber die Kürzungen zeigten bereits Auswirkungen: Die Zahl der Drehtage in NRW ging auf 678 zurück (Vorjahr: 755), viele Mitarbeiter hatten Ausfälle zu verkraften. Ein schmerzlicher Einschnitt für die Fachkenntnis im Lande, die sich während 15 Jahren Filmförderung kontinuierlich herausgebildet hat. Hier gibt es mittlerweile alles für den Film. Durch große internationale Produktionen erhalten die Mitarbeiter auch eine Fortbildung.

Die größte Landes-Filmförderung der Republik zeigt sich mit Aufmerksamkeit für Kassenhits ebenso wie für bemerkenswerte Experimente breit angelegt. Der Cannes-Sieger Ken Loach erhielt ebenso Unterstützung wie einige Studentenfilme, Spielfilme genau wie Dokumentationen. So wurde nicht nur Loachs „The Wind that shakes the Barley” mit höchsten Preisen ausgezeichnet, auch Philip Grönings kontemplative Kloster-Doku „Die große Stille” erlangte mit dem Europäischen Filmpreis breite Aufmerksamkeit.

„Der deutsche Film wird international zur Kenntnis genommen”, kann der langjährige Insider Schmid-Ospach feststellen. „In dem Mix aus Erfolgen und Randerscheinung zeigt sich: Man pflegt eine kulturelle Ware mit erheblichen wirtschaftlichen Aspekten.”

Treue zahlt sich dabei aus: Die Filmförderung NRW war nach vielen Jahren der einzige Partner für Ken Loach in Deutschland - und konnte sich nun für dessen aktuelles Meisterwerk eine Goldene Palme ans Revers heften. „The Wind” läuft übrigens am 28. Dezember bundesweit an. Schon im Januar steht die nächste aufregende Premiere ins Haus: Dani Levy („Alles auf Zucker”) zeigt „Mein Führer” mit Helge Schneider. Schmid-Ospach erhofft sich wieder einen der Filme, „die eine Schneise in die Wahrnehmung schlagen.”