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Aachen: 200.000 Studenten sollen zahlen

Aachen : 200.000 Studenten sollen zahlen

An die 200.000 Studierende in Nordrhein-Westfalen bekommen in den nächsten Tagen bittere Post von ihren Hochschulen. Sie werden aufgefordert, ab 1. März eine Gebühr von 650 Euro für das nächste Semester zu zahlen oder sich zu exmatrikulieren (auszuschreiben).

Überwiegend trifft dies Langzeit-Studierende, die das anderthalbfache ihrer Regelstudienzeit überschritten haben. Aber auch Hörer in Aufbaustudiengängen. Je nach Universität rechnet man mit einem Schwund von 10 bis 20 Prozent. NRW würde dann demnächst bis zu 100.000 Studenten (jetzt 523.000) weniger haben.

Die RWTH Aachen sendet die Gebührenbescheide Anfang nächster Woche an 7250 ihrer rund 30.000 Studenten. „Das geht quer durch alle Fächer”, teilt Kanzler Michael Stückradt mit, der „langfristig mit zehn Prozent” Abgängen rechnet. Wer im März nicht zahlt, bekommt Anfang April eine Mahnung mit Androhung der Exmatrikulation. Widerspruch und Klage gegen den Bescheid sind möglich. In der Fachhochschule Aachen, die im Dezember bereits rund 2000 Bescheide (bei 8500 Eingeschriebenen) versandt hat, gehen „täglich 30 Widersprüche ein”, so Sprecher Roger Uhle. Die Kölner Uni verschickt in diesen Tagen 20.000 Briefe, das betrifft also fast ein Drittel der rund 63.000 Studierenden. Dort rechnet man mit 10.000 Abmeldungen. In Düsseldorf bekommen 10.000 Immatrikulierte (von 25.000) Post, in Bonn 8000 (von 38.000).

Die Gebühren gehen auf das vor einem Jahr vom NRW-Landtag verabschiedete Studienkonten-Gesetz zurück. Der AStA der RWTH bietet Hilfe für Widersprüche an und hat drei Beratungstage im Hörsaal Fo2 am 21., 26, und 28. Januar eingerichtet.