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Aachen: 2. Sinfoniekonzert: Im dichtesten Tongetümmel Übersicht bewahrt

Aachen : 2. Sinfoniekonzert: Im dichtesten Tongetümmel Übersicht bewahrt

Den stärksten Eindruck im 2. Sinfoniekonzert im wiederum voll besetzten Eurogress hinterließ zweifellos der Solist Augustin Hadelich.

Ein junger Geiger, 1984 als Sohn deutscher Eltern in Italien geboren, der in Amerika glänzend ausgebildet wurde und auch dort die bisher wichtigsten Stufen seiner rasanten Karriere erklommen hat. Auch in Deutschland beginnt er Fuß zu fassen, und seine Interpretation des 2. Violinkonzerts von Béla Bartók dürfte keinen Zweifel daran lassen, dass ihm das rasch gelingen wird.

Bartóks sperriges, episch weit ausladendes Konzert stellt nicht nur spieltechnisch höchste Anforderungen, sondern ist auch formal nicht leicht zu bewältigen. Hadelich gelingt eine im wahrsten Sinne des Wortes brillante Interpretation, emotional nicht unbeteiligt, aber kontrolliert, so dass die Strukturen und Formverläufe des Werks ungetrübt deutlich werden.

Das setzt auch eine einfühlsame, intelligente Gestaltung der langen Monologe voraus, was Hadelich souverän gelingt. Eine Interpretation von klassischer Klarheit, darin hilfreich unterstützt von Kazem Abdullah und dem Aachener Sinfonieorchester.

Zuvor überraschte Abdullah das Publikum mit Jörg Widmanns knapper, hochvirtuoser Beethoven-Huldigung „Con brio” aus dem Jahre 2008. Von dem „feurigen”, Beethoven angelehnten Titel ließ sich Abdullah nicht irritieren. Er beschränkte sich auf überschaubare Tempi und arbeitete stattdessen die stilistischen Brüche und dynamischen Kontraste umso präziser heraus. Auch im dichtesten, mit mehr oder weniger wörtlichen Beethoven-Zitaten durchsetzten Getümmel behielt er die Übersicht.

Nicht ganz so glücklich verlief seine Interpretation der 3. Symphonie von Robert Schumanns, der ebenso populären wie problematischen „Rheinischen”. Er scheiterte zwar nicht so vehement wie vor zwei Jahren Gast-Dirigent Patrick Lange. Es zeugt jedoch von kühnem Mut, Schumanns heikelste Symphonie bereits zu Beginn seiner Amtszeit aufs Programm zu setzen. Die schier unlösbaren Instrumentationsprobleme des Stücks erfordern ein besonders sensibles Händchen für dynamische und klangliche Feinheiten.

Was Abdullah im letzten Konzert mit der „Achten” von Antonín Dvo?ák vorbildlich gelang, ging diesmal schief. Er schlug einen viel zu hohen dynamischen Pegel an, so dass bereits das Eingangsthema dick, laut und schwerfällig geriet, wodurch dem Satz der himmel-stürmende Vorwärtsdrang genommen wurde. Darunter litt besonders der Kopfsatz, aber auch der engmaschig verzahnte Choral-Satz wirkte nicht „feierlich”, sondern nur zäh. Ein Werk, das lediglich mit der federnden Leichtigkeit und kristallinen Transparenz bewältigt werden kann, mit der man Haydn und Mozart begegnen sollte.

Dennoch begeisterter Beifall für alle Beteiligten.

„M&Ms”-Konzert mit der „Kleinen Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart

Ein Raum für Mozart: Als das Sinfonieorchester Aachen im November 2009 zum ersten Mal ein Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart in der Halle der Mercedes Benz Niederlassung Aachen gab, waren auch Skeptiker schnell überzeugt, dass der lichte Klang Mozarts sich hier besser entfaltet als in allen anderen Aachener Sälen.

Grund genug, am 18. November, 11 Uhr, die lichtdurchflutete Halle im Aachener Osten für ein „M&Ms”-Konzert mit dem Sinfonieorchester Aachen unter der musikalischen Leitung von Kazem Abdullah zu nutzen.

Auf dem Programm steht neben der Sinfonie Nr. 28 das 1. Flötenkonzert (mit Soloflötistin Stefanie Faust). Außerdem erklingt ein Werk, das als Inbegriff von Mozarts musikalischer Unterhaltungskunst gilt: die „Kleine Nachtmusik”.

Generalmusikdirektor Kazem Abdullah und Jochen Dimter, Direktor der Mercedes-Benz Niederlassung in Aachen, sind bereits voller Vorfreude

Nach dem Konzert verwöhnt Spitzenkoch Christof Lang die Gäste mit ausgewählten Köstlichkeiten.

Karten im Vorverkauf gibt es in allen Zweigstellen Ihrer Tageszeitung.