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Hürtgenwald: 1944 brach die „Hölle vom Hürtgenwald” aus

Hürtgenwald : 1944 brach die „Hölle vom Hürtgenwald” aus

Im Hürtgenwald werden „Fenster zur Vergangenheit” aufgestoßen. 13 Fotos aus dem Nachlass des Autors Adolf Hohenstein („Hölle im Hürtgenwald”) werden in Plakatgröße dort postiert, wo sie vor rund 60 Jahren aufgenommen wurden, als Landschaft und Dörfer vom Krieg zwischen Deutschen und Amerikanern völlig verwüstet waren.

Mit den Plakaten in Vossenack, Hürtgen, Kleinhau, Großhau, Gey, Bergstein und im Kalltal eröffnen der Geschichtsverein Hürtgenwald und die Konejung-Stiftung ihre Veranstaltungsreihe „Hürtgenwald 1944 - 2004, von Krieg zu Frieden”.

Mit sechs Nationen

Zum Auftakt der Gedenkwochen ist NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück am Samstag, 9. Oktober, ab 16 Uhr in Vossenack beim Abschlussappell des Hürtgenwaldmarsches zu Gast. Rund 500 Zivilisten, Reservisten und aktive Soldaten aus sechs Nationen haben sich bereits für den Gedenkmarsch ab 8 Uhr angemeldet.

An den Wochenenden 23./24. und 30./31. Oktober findet jeweils „Huertgen ´44 - Fahrt in die Vergangenheit” statt. Der in Vettweiß lebende Kabarettist Achim Konejung hat die achtstündige Bustour als rollendes Hörspiel konzipiert. Während der Zeitreise soll die Geschichte in Lesungen und multimedialen Performances lebendig werden.

Am Alten Forsthaus vorbei

Höhepunkt der Fahrt ist die Wanderung durchs Kalltal, bei der zwei Schauspieler unter anderem Texte von Hemingway und Böll vortragen. Die Tour endet mit dem Besuch des Hürtgenwald-Museums (Kosten: 22 Euro, Anmeldung unter Telefon 02424/202346, Infos unter www.hkstiftung.de).

„Vor 60 Jahren - Beginn der Allerseelenschlacht” steht am Dienstag, 2. November, auf dem Programm. Die geführte Wanderung beginnt um 14 Uhr am Hotel Altes Forsthaus in Vossenack. Vom Wehebachtal aus geht es über den legendären Kall-Trail durchs Kalltal bis nach Kommerscheidt - die Route, auf der die Amerikaner die schwersten Verluste ihrer Militärgeschichte erlitten.

„A time for Healing” ist die zentrale Gedenkfeier am Sonntag, 7. November, 15 Uhr, überschrieben. Nahe der Mestrenger Mühle wird eine gleichnamige Skulptur enthüllt, die der Vettweißer Bildhauer Michael Pohlmann geschaffen hat. Sie erinnert an den deutschen Stabsarzt Dr. Stüttgen, der taggenau vor 60 Jahren an der Kallbrücke einen inoffiziellen Waffenstillstand mit den Amerikanern erwirkte, um Verwundete zu bergen.

68.000 Opfer

Um der rund 68.000 Opfer der Kämpfe im Hürtgenwald zu gedenken und zum Frieden zu mahnen, kündigen Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch und Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, den Bau einer würdigen Gedenkstätte an. Nach der Standortbestimmung soll ein internationaler Architekturwettbewerb stattfinden, der mit einem Juryentscheid endet. Das Mahnmal, das frühestens in drei oder vier Jahren gebaut werden soll, wird auch als Element der Wirtschaftsförderung gesehen. Es soll vor allem amerikanische Touristen auf die Spuren der Befreier führen.