Heinsberg: Kultautor Wladimir Kaminer: Sympathie für deutsche Schrullen

Heinsberg: Kultautor Wladimir Kaminer: Sympathie für deutsche Schrullen

Mit seinen Büchern wie „Mein deutsches Dschungelbuch” oder „Russendisko” stürmte er die Bestsellerlisten. Russendisko kommt 2012 mit Matthias Schweighöfer in die Kinos. Im letzten Jahr war er mit seiner „Kaukasischen Schwiegermutter” erstmals in Heinsberg.

Jetzt gibt es am Donnerstag, 8. September, 20 Uhr, ein Wiedersehen, wenn er in der Buchhandlung Gollenstede sein Buch „Liebesgrüße aus Deutschland” vorstellt. Seine Veranstaltungen sind Leseerlebnis und Comedy gleichzeitig. Karten gibt es ab sofort in den Ticket-Shops des Aachener-Zeitungsverlages.

In „Liebesgrüße aus Deutschland” beschäftigt sich der Wahlberliner mit all dem, was Deutschland liebenswert macht: Sparkassenberater, die von jeder Geldanlage abraten, Zeitungsenten aus Plüsch, Vegetarier, die gerne Fleisch essen, nur nicht das von Tieren.

Kaminer sieht seine Wahlheimat mit viel Sympathie für Schrullen und Besonderheiten. Er kam 1990 nach Berlin. Er wurde in kurzer Zeit der Star der Berliner Lesebühnen und danach zum Kultautor. Leichtfüßig wandelt er heute zwischen Ost und West.

Die Katastrophen der deutschen und der sowjetischen Vergangenheit verbinden sich dabei zu den komischsten Symbiosen. Auch die Texte seines neuen Buches sind autobiographisch. „Wie ein Schäppchenjäger vergleicht er die Angebote verschiedener Länder und Zeiten und sucht sich das Beste heraus.

Sogar dem Begriffsmonstrum „Einverständniserklärung” kann er positive Einblicke in die deutsche Mentalität abgewinnen: „Ich musste diese Einverständniserklärung für meine Tochter schreiben und dachte lange darüber nach, wie das auf Russisch heißen würde. Aber bei den Russen gibt es keine Einverständniserklärung, weil die Russen nie danach fragen, ob einer einverstanden ist. Das interessiert niemanden.”