Aachen: Künftiger Prinz Dirk Trampen ist der Tradition verbunden

Aachen : Künftiger Prinz Dirk Trampen ist der Tradition verbunden

Ein wenig verhält es sich mit dem Amt des Karnevalsprinzen wie mit dem des Bundeskanzlers: Rein theoretisch kann jeder es besetzen. Ein Vergleich, der Horst Wollgarten am Donnerstag vor dem Startschuss in die Session einfiel.

Wollgarten weiß, wovon er spricht: Schließlich muss er jedes Jahr aufs Neue herausfinden, welcher krönungswillige Karnevalist wohl nicht nur in der Theorie einen würdigen Narrenherrscher abgibt.

Davon gehen Wollgarten und sein AKV bei Dirk Trampen - 49 Jahre alt, verheiratet, Vater zweier Kinder - aus, dessen Proklamation am 8. Januar im Eurogress ansteht. „100 Jahre Prinz und Garde / wie heut und anno dazumal / in guten und in schlechten Zeiten / feiert Aachen Karneval”, wird sein ausführlich formuliertes und lupenrein gereimtes Motto lauten.

Womit zweierlei zum Ausdruck gebracht wird: Erstens, dass der Öcher sich auch durch die Krise den Fastelovvend nicht verderben lässt. Und zweitens die besondere Verbindung zwischen dem Prinzen und seiner Garde, die in der Session 2009/2010 ihre Hundertjahrfeier im Kalender stehen hat.

Dass in der Jubiläumssession mit Trampen der Vizekommandant der berittenen Leibwache zum Prinzen proklamiert wird, ist kein Zufall. Horst Wollgarten versichert jedoch: „Auch sonst wäre mir die Entscheidung nicht schwer gefallen.” Trotz seiner Frankfurter Herkunft ist Trampen ein der Tradition verbundener Karnevalist.

Dennoch verkündete er, in Sachen Wohltätigkeit ganz neue Wege zu gehen. Anstatt wie seine Vorgänger eine CD aufzunehmen und vom Umsatz einen Teil für den guten Zweck abzuknapsen, wird der designierte Spaßmonarch am 19. Januar ins Spielcasino einladen.

Bis zu 110 Teilnehmer werden dort gegen eine Startgebühr von 111 Euro zum Pokerturnier antreten. Den erwarteten Reinerlös von 8000 Euro dürfen sich anschließend die Stiftung „Golf und Humor” sowie der „Hilfsfond für Kinder in Not” des Vereins Nele und Hanns Bittmann teilen. Trampen: „Vielleicht wird daraus ja sogar eine Tradition.”

Der Hofstaat des designierten Prinzen Dirk IV. Trampen

Seinem Adjutanten Josef Esser dankte der designierte Dirk IV. Trampen beim Start in die Session besonders: „Diese Unterstützung ist nicht normal, die ist phänomenal.”

Wer, wenn nicht Gustav „Gustl” Brammertz könnte der Hofmarschall sein? Weil aller guten Dinge drei sind, begleitete er bereits Roger I. Lothmann, Frank II. Prömpeler und Thomas I. Ebert durch die närrischen Wogen.

Einen Kollegen aus der Prinzengarde hat Dirk Trampen mit Andreas Handels zum Schängchen ernannt.

Angeblich erst auf den zweiten Blick soll Dieter Theißen ein Strahlemann sein. Dann aber ein richtiger. Deshalb wird der Gastronom der Mundschenk sein.

Ein viertes Mal in einem Hofstaat berufen ist Viktor Nelleßen. Passend zu seinem Beruf als Fahrlehrer wird er seinen Prinzen als Hofkutscher sicher durch Aachen bringen.

Verschmitzt und schelmisch soll Jörg Walldorf sein, wenn man ihn privat trifft. Deshalb ist er als Spaßmacher Till unterwegs.

Seit 25 Jahren ist Reiner Schnittler Wahl-Aachener. So schnell wie der in Eisenach Geborene hat es wohl kaum jemamd zum Hofrittmeister gebracht.

Noch ledig geht der gelernte Steuerfachangestellte und Bäckermeister Sebastian Schumacher in die Session - passend zu seiner Rolle als Hofbäcker.

Als Letzter stieß Georg Flücken zu dem närrischen Dutzend. Dirk Trampen kürte den Spätberufenen zum Noppeney.

Mitglied im AKV und bei den Duemjroefe ist Hofbaumeister Guido Sommer.

Bereits 1982 war Egon Klein mit dem Hofstaat von Gregor I. Horbach unterwegs. 27 Jahre später ist er Maitre de Plaisir.

Zu guter Letzt muss einer da sein, der bei kleinen Wehwehchen oder aber plötzlichem Glückstaumel Rat weiß: Als Medicus wurde Albert Beginen in den Hofstaat berufen.