Selfkant-Höngen: Kritik am Sportpark in Höngen: Ist er zu groß?

Selfkant-Höngen: Kritik am Sportpark in Höngen: Ist er zu groß?

Es schien alles in trockenen Tüchern zu sein. Der Integrative Sportpark in Höngen entlang der Straße „Op d‘r Berg“ Richtung Westerholzer Straße (von Höngen aus) sollte ein neues Aushängeschild mit Vorzeigecharakter für den Selfkant und die Heimat des SC Selfkant werden. Doch jetzt kommt starker Widerstand von den Anwohnern der Westerholzer Straße und des Laaker Wegs.

„So hatten wir uns die Planungen nicht vorgestellt“, hieß es aus den Reihen der Zuschauer, die die Sitzung des Bauausschusses besuchten.

Zwar finden viele Anwohner die Idee vom Integrativen Sportpark grundsätzlich in Ordnung, jedoch sei er überdimensioniert geplant. Die Anwohner der Westholzer Straße sind sauer, dass die Parkplätze teilweise direkt an ihren Grundstücken liegen, sie befürchten außerdem eine dauerhafte Lärmbelästigung sowie deutlich mehr Verkehr auf der Verbindungsstraße Op d‘r Berg.

Petition an den Landtag

Die Anwohner machen jetzt mobil, sie haben ihre Einwände auch den übergeordneten Behörden übermittelt und bereiten eine Petition an den Landtag vor.

In Gesprächen wurde deutlich herausgestellt, dass man nicht gegen den Integrativen Sportpark und auch nicht gegen stattfindende Veranstaltungen auf dem Gelände sei. Jedoch aus Sicht der Anwohner wäre ein kleineres Areal sinnvoller gewesen, die jetzige Planung empfinden viele für eine kleine Gemeinde wie den Selfkant als zu groß.

Dirk Goertz von der Gemeinde stellte in der Sitzung den neuen überarbeiteten Plan vor, und wieder war Unmut aus den Zuhörerreihen zu hören. Die Gemeinde hatte zwar mit den unmittelbar betroffenen Anwohnern gesprochen, allerdings hätten sich alle Anwohner Infos erwünscht.

„Wir haben die Bedenken der Anwohner angenommen und die Parkplätze (Richtung Westerholzer Straße und im Bereich Familienzentrum) reduziert“, so Dirk Goertz. Es gebe ja weitere Parkplätze im Bereich der Schule. „Hier sind ja schon reichlich Parkplätze vorhanden und die bisherigen können weiter genutzt werden“, warf der Bürgermeister Herbert Corsten (CDU) in die Runde.

Und nach Absprache mit dem Kreis werde die außerörtliche Straße Op d‘r Berg mit einigen verkehrsberuhigenden Hindernissen ähnlich wie in Hillensberg versehen, um der Raserei ein Ende zu machen. Das Sportgelände ist von Seiten Op d‘r Berg von mehreren Stellen aus erreichbar.

Die geplante Aufstellfläche für ein großes Veranstaltungszelt ist nach dem neuen Plan nach hinten gerückt, weiter weg von den angrenzenden Grundstücken. Dirk Goertz teilte mit, dass auf der Zufahrtsstraße sogenannte „aufschließbare Poller“ eine Durchfahrt nicht zulassen, ein Pkw-Verkehr mit Parkflächen werde hier nicht stattfinden. Die Zufahrt hat sich ebenfalls verlagert, die bisherige Tartanbahn wird weichen, da die Bahn den Unterbau einer normalen Straße besitzt — es ist nach Expertenmeinung wenig Aufwand, die Straße zu errichten.

„Ich glaube, wir haben nach jetzigem Stand alle Bedenken der Anwohner mit einfließen lassen, es sind immer noch Änderungen möglich — soweit diese sinnvoll sind. Wir sind immer bereit, in den persönlichen Gesprächen konkreter zu den Plänen Stellung zu nehmen, wir möchten für alle Lösungen finden“, sagte Dirk Goertz. Irgendwann müsse der Plan aber auch fertiggestellt werden.

Da diese neuerlichen Änderungen nicht so schnell im Flächennutzungsplan umgesetzt werden konnten, wurde der Punkt gleich nach Sitzungsbeginn von der Tagesordnung genommen. Beschlossen wurde nachdem ihn Dirk Goertz vorgestellt hatte, der Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung und Offenlegung zum Integrativen Sportpark. Die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange läuft bereits.