Kreis Heinsberg: Kreissportbund: Ronnie Goertz kandidiert doch wieder

Kreis Heinsberg: Kreissportbund: Ronnie Goertz kandidiert doch wieder

An diesem Samstag wird in der (ausverkauften) Bürgerhalle von Geilenkirchen-Würm die sechste KSB-Sportgala gefeiert, die vom Zeitungsverlag wieder als Medienpartner begleitet wird. Im Vorfeld der Veranstaltung beantwortete Ronnie Goertz aus Geilenkirchen, seit 2007 Vorsitzender des Kreissportbundes Heinsberg, Fragen von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers.

Mit einer für viele Beobachter des Sports im Kreis Heinsberg wohl doch noch neuen Nachricht: ­Goertz will an der Spitze des KSB bleiben!

Im Dezember hatten Sie auf Nachfrage unserer Zeitung öffentlich angekündigt, dass Sie bei den in diesem Jahr anstehenden Wahlen nicht mehr für das Amt des KSB-Vorsitzenden kandidieren wollen. Inzwischen soll es einen Sinneswandel gegeben haben: Sie wollen doch weitermachen. Was hat Sie zum Umdenken bewegt?

Goertz: Ja, den Sinneswandel gab es. Anfang März habe ich meine Vorstandskollegen darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich bei der Mitgliederversammlung am 18. April doch wieder kandidieren werde. Vorausgegangen waren gute Gespräche mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mir gezeigt haben, dass es noch viele Ideen, Motivation und Entwicklungspotenzial gibt. Ich habe im Dezember gesagt, dass ich nach meiner Bürgermeister-Kandidatur in der Stadt Geilenkirchen nicht einfach so weitermachen möchte, sondern meine Aktivitäten auf den Prüfstand stellen werde. Das habe ich gemacht, und es gibt auch gewisse Veränderungen, aber ich bin nun mal im Sport zu Hause und habe mir dort ein großes Netzwerk und eine gewisse Expertise aufgebaut. Beides möchte ich gerne in Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dem organisierten Sport im Kreis Heinsberg weiter zur Verfügung stellen.

Mit Blick auf die Nachfolgefrage hatten Sie im Dezember den Hinweis gegeben, dass der oder die neue Vorsitzende nicht nur an der Spitze des Sports im Kreis Heinsberg stehen werde, sondern auch einen strukturellen Veränderungsprozess in Gang setzen müsse. Inhaltlich sei der Kreissportbund schon ganz gut aufgestellt, hatten Sie erklärt, aber organisatorisch müsse sich der KSB noch den Entwicklungen der letzten Jahre anpassen. Jetzt dürfen oder müssen Sie dies also selbst erledigen. An welche Schritte denken Sie konkret?

Goertz: Die erforderlichen Anpassungen haben unter anderem mit der Art und Weise zu tun, wie ich in der Vergangenheit meine Rolle als Vorsitzender ausgefüllt habe. Dreh- und Angelpunkt für alle Themen und Mitarbeiter zu sein, das funktioniert bei der Größe nicht mehr, die der Kreissportbund inzwischen erreicht hat. Das kann ein Einzelner nicht leisten und muss auf mehr Schultern und zielorientiert verteilt werden. Daher sind organisatorische Veränderungen erforderlich, sowohl im haupt- als auch insbesondere im ehrenamtlichen Bereich. In einem ersten Schritt haben wir bereits im vergangenen Jahr eine Potenzialberatung in Anspruch genommen. Den eingeschlagenen Weg möchte ich in den nächsten drei Jahren mit meinem Vorstandsteam fortsetzen, das sich in unveränderter Besetzung bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen wird.

Integration ist in diesen Zeiten ein immer bedeutsamer werdendes Thema. Als Kooperationspartner des Landessportbundes ist der Kreissportbund Heinsberg bereits auf Spielfeldern wie „Bewegt älter werden“ oder „Bewegt gesund bleiben“ aktiv. Der Landessportbund will mit Blick auf Integration, Inklusion und Flüchtlinge im Sport Teilhabe mit den Möglichkeiten des Sports in den Blickpunkt rücken und in Zusammenarbeit unter anderem mit Kreissportbünden durch gezielte Maßnahmen, Projekte und Strategien die interkulturelle Öffnung des Sports weiter vorantreiben und die praktische Integrationsarbeit der Vereine vor Ort stärken. Der KSB Heinsberg ist da mit von der Partie?

Goertz: Ja, wir werden uns ab diesem Jahr an diesem Projekt beteiligen und eine Minijob-Stelle einrichten. Das Projekt „Integrationsnetzwerke“ gibt es zwar schon seit 2010 beim Landessportbund, aber das wäre damals für uns noch viel zu früh gewesen. Mittlerweile haben wir unseren Weg gefunden und konnten die landesweiten Programme „Sport für alle“ erfolgreich im Kreis Heinsberg umsetzen und etablieren. Heute stellen wir fest, dass die Herausforderungen für unsere Sportvereine immer größer und vielfältiger werden. Themen wie Inklusion und die große Zahl an Zuwanderung von Flüchtlingen stellen zudem unsere gesamte Gesellschaft auf die Probe. Bewegung, Spiel und Sport können dabei gute Motoren für Teilhabe und Integration in jeglicher Form sein und ein „Miteinander in Kontakt treten“ und „In die Gemeinschaft aufnehmen“ deutlich erleichtern. Hier können wir als Netzwerker und Koordinator unterstützen. In einem ersten Schritt streben wir eine Mitarbeit im Kommunalen Integrationsnetzwerk der Kreisverwaltung an und möchten ein Umsetzungskonzept erarbeiten, durch das wir die bereits hervorragende Arbeit unserer Sportvereine möglichst optimal unterstützen können.

Die KSB-Sportgala — inzwischen bereits die sechste Auflage — ist ja stets auch ein Anlass zurückzu­blicken auf das vorangegangene Jahr. Wie war 2015 für den Sport im Kreis Heinsberg?

Goertz: Wenn ich mir die Nominierten ansehe, bin ich wieder sehr zufrieden. Unsere Sportgala ist seit der Premiere geprägt von einem breiten Mix an Sportarten, zahlreichen Nachwuchsathleten und einer Breite an Seniorensportlerinnen und Seniorensportlern mit teilweise herausragenden Leistungen. Dabei freue ich mich vor allem darüber, dass jedes Jahr neue Gesichter bei den Nachwuchsathleten dabei sind und immer mehr von ihnen nicht nur den Übergang in die Hauptklasse schaffen, sondern sich dort auch durchsetzen und ihre Leistungsentwicklung fortsetzen können.

2016 ist bekanntlich ein olympisches Jahr. Die Sportwelt blickt in diesem Jahr nach Rio. Und mit Jonas Hanßen, dem auch bei den KSB-Sportgalas stets im Blickpunkt stehenden erfolgreichen Hürdenläufer vom SC Myhl, wird ja sogar ein Name aus dem Kreis Heinsberg mit diesen Spielen in Verbindung gebracht. Der Leichtathlet vom Jahrgang 1995 sagt zwar selbst zurückhaltend, Olympia sei in diesem Jahr vielleicht noch eine Nummer zu groß für ihn und 2020, wenn die nächsten Spiele in Tokio stattfinden, sei er im besten Alter. Aber Sie werden ihm bestimmt trotzdem die Daumen drücken für eine erfolgreiche Saison. Trauen Sie ihm zu, dass er sein Lebensziel — die Teilnahme an den Olympischen Spielen — erreichen kann, egal ob nun 2016 oder 2020?

Goertz: So wie ich die Entwicklung von Jonas beobachte, habe ich da keine Zweifel und drücke ihm die Daumen, dass er dieses Ziel erreichen wird. Das wäre auch für den Kreis Heinsberg ein echtes sportliches Highlight. Wichtig wird sein, dass er weiterhin gesund und von größeren Verletzungen verschont bleibt. Ich glaube, dass die Leichtathletik mittlerweile über gute Rahmenbedingungen im Kreis Heinsberg verfügt. Und mit dem „dicken Mann“ hat Jonas den für ihn absolut richtigen Trainer an seiner Seite: Harald Eifert wird schon darauf achten, dass Jonas behutsam seinen Weg geht. Und wenn Jonas sagt, dass Rio in diesem Jahr vielleicht noch eine Nummer zu groß ist, dann dürfte dies vor allem dem Respekt gegenüber Olympia geschuldet sein. Ich würde mich freuen, wenn er die Norm erfüllt und in Rio schon mal Olympialuft schnuppern kann. Das wäre sicherlich nochmal ein zusätzlicher Ansporn auf dem Weg nach Tokio. „Jonas, viel Erfolg bei Deinem Vorhaben!“